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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Verfall des Ordens in Deutschland. Walter XI, Komtur in Sachsenhausen, 1509. 395

inspektor und Zinsheber); dazu die entsprechende Priesterzahl. Sämmt-liche Komtureien wurden in zwölf Ordensprovinzen oder Balleien zu-sammengefasst. Dieser gesammte Besitz hatte sich aus frommen Schen-kungen angesammelt und aus Ankäufen mit deren Erträgen. Im Grundewaren also die Deutschherren hier nur grosse Herrschafts- und Güter-besitzer mit allerlei Hoheitsrechten. Die priesterliche Seite trat mehr undmehr in den Hintergrund seit der Orden als einHospital" (Armenhaus)für jüngere Söhne des deutschen Adels verwertet wurde, das sogar inner-halb dieses Standes, durch die Ahnenproben, zu Gunsten einer künst-lich verengten Gruppe abgeschlossen war. Der alte Hans Sachs sagtin einem Fastnachtsspiele:

In der teutschen herrn orden wir kamen

Wir assen und tranken und sassen zamen (zusammen)

Und lobten St. Martin allwegn."

St. Martin war der verchristlichte Reiter Wodan. Zu Martini gab esden ersten neuen Wein, dann wurdeMartins Minne" getrunken.Martinsmann" hiess ein Zecher; St. Martin loben: trunken sein. DieMartinsgans gehörte zum Wodan; sie war das Bild der glänzend weissenauf dem Wasser schwebenden Sonne, bevor man Schwäne kannte. DieSonneder schönste Wasservogel der Welt" wurde im Winter vomSchützen" erlegt und verspeist. Im Volke lief der Spruch:

Kleider aus, Kleider an,

Essen, Trinken, Schlafen gahn;

Ist die Arbeit so die Deutsch-Herren han."

Der Segen der fruchtbaren Arbeit ruhete nicht mehr auf demOrden; daran ging er selbst zu Grunde.

Die Kronberge hatten seit dem 13. Jahrhundert ihren nächstenAnschluss an die benachbarten Balleien Hessen und Franken. IhrZugang hatte sich indessen dort nicht besonders hervorgethan.

Im 16. Jahrhundert aber erwuchs aus Kronberg den Deutschherreneiner ihrer ausgezeichnetsten, geschichtlich bedeutendsten Meister inder Person Walters XI. Er war, als jüngerer Sohn Johanns VII (74 F)und der Katharina von Reiffenberg, im Jahre 1479 auf der Väterburg ge-boren. In den Orden trat er 1502. Schon 1506 Hauskomtur, rückte er1509, mit 30 Jahren, zum Komtur des wichtigen Hauses Frankfurt auf.