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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Des Professors Asclepii Barbati Panegyricus auf Hartmut. 387

Ueber dem Crucifixe heisst es:

Hi hanct ama Creutz mein geübter SonAn dem ich ein Wolgefallen hon,

Wer in hoert und sein Wort glaubt,

Wird meiner Gnaden nit beraubt,

Sonder haben ewigs Leben.

Werd euch von seint wegen geben.

Die Gruft unter Hartmuts und Annas Grabstein ist äusserlich nichtmehr erkennbar; wahrscheinlich ist sie, wie manche andere der Kron-berge, in der Jammerzeit der Kriege durchwühlt; heute ist der Staub, mitder heimatlichen Erde vermischt, unter den Steinplatten des Fussbodensgeborgen. Die neuesten Arbeiten in der Kapelle haben diesen Platzpietätvoll in seiner Ruhe gelassen.

Hartmuts Totentafel in der Stadtkirche lautete, nach Oetter:

Ano Dni 1549 den 7 Augusti starb der Edel und Ernvest Hart-mut von Cronberg der Elther hot vielen Leuden gutz gethan. Gottwolt zue in sein gnaden han."

Wie Hartmut seinen evangelischen Zeitgenossen erschien, dafürsprechen folgende Zeugnisse:

Bald nach Hartmuts Tode erschien einPanegyricus" auf Huttenund Sickingen aus der klassischen Feder des ProfessorsNicolaus As-clepius Barbatus Cassellanus" zu Marburg. Die Muse öffnet dem Dichterden Olymp, er sieht dort alle bedeutenden Männer der Reformationan sich vorüberziehen. Da der Professor in sehr hohem Alter 1571starb, so wird er Hartmut noch gekannt haben. Es heisst in dem Ge-dichte :

Hartmut, der Kronberger, benachbart der Mercur-Seite (Handels-stadt Frankfurt) trug dessen (Sickingens) vergoldeten Stab voran. Ihmduftete vom gerechten Munde die honigfliessende Rede, und der Herr-liche trug das Antlitz aufrecht für die Freiheit; er zeigte die rechteSeite, die rechte Hand, alles recht; die Brust erkennbar am sanftenLächeln; das schwärzliche Haar mit spärlichem Weiss vermischt. Alleswürdest du an ihm bewundern, alles verehren. Und da Scheelsuchtihm fern war, so bewegte er seine gerechten Augen in heiterem Glänze.So war die Seele des Mannes, so sein Herz, so der Geist des Be-redten, wie aus seiner ehrlichen Brust ihm die Worte flössen."