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Der Diener und der Narr. Hartmut -j- 7. August 1549.
begegneten ihm schon 1522 als Boten an den Rath von Frankfurt.All die langen Jahre der Wanderschaft hindurch war er seinerHerrschaft auf Flucht und Irrfahrt treu gefolgt, die Knaben hatteer gehütet und zu Männern aufziehen geholfen. Er versucht ver-gebens: ein Bündel Stecken vor seinem rechten Kniee zu zerbrechen;vereinzelte Stecken liegen gebrochen zu seinen Füssen umher. SeinSpruch an seine jungen Herren lehrt:
„Alss ich die Stecklin ongebunden Sach (sah),
Gar leichtlich ich ein jedes zerprach.
Da ich aber die gebundenen prechen wollt
Fast weit es mir am Anschlag follt
Also wa (wo) ir werdent einig pleiben,
All Sachen mögt ir Glücklich treiben.
Wa ir euch aber werdent trenen
So tue ich euch Gar nit mer Kenen.
Glaubt mir, der lang gewonet hat
Bei dissem Haus mit treuem Rat."
5. Die letzte Figur, links neben dem alten Paulus, ist der Narr. Einsolcher war derzeit die besondere Liebhaberei vornehmer Herren;er war Mode. Wenn nun auch wohl in Wirklichkeit kein lustigerRath auf Burg Kronberg hauste und der Kopf nichts portraithafteszeigt, so erscheint er dennoch hier als sinnreicher erheiternderAbschluss des Bildes. Er fügt zum Ernste den Humor:
„Ho ho Ich lass euch alle sagen und Singen.
Ich weiss aber: so mein schellen klingen,
Werden sich disz Junggesellen auch losz bewege
Und zum Zeiten mein Kapen anlegen.
Aber gek doch nit zu (allzu) geck, dasz wer noch gut.
Gott bescher euch allen ein guten mutt."
Der Meister der Tafel hat sich darauf nicht eingezeichnet; er istunbekannt geblieben. Die Kunstmaler wanderten damals viel rheinaufund ab; auch Tischplatten wurden, nicht nur als Werkstattbilder, sondernauch von besseren Meistern vielfach angefertigt. Eine solche von HansSebald Beham befindet sich jetzt in Louvre. Beham starb 1550 inFrankfurt a. M.
Am 7. August 1549, im 61. Lebensjahre, ging Hartmut der Be-kenner zur ewigen Ruhe ein. Sich und den Seinigen hatte er das irdische