Widerstand der jungen Vettern. Domscholaster Simon f 1540. 367
ja! erbittert: „Wiewohl Hartmann und Kaspar von Kronberg gegen denLandgrafen schwerlich gehandelt, so will doch seine fürstliche Gnadedie mannigfaltige Bitte, so von Chur und Fürsten, neben andern, gegens. f. G. geschehen sind, auch das, dass Hartmann „vor ainen evan-gelischen Mann hochlich gerumbt wirdet," ansehen und göttlichem Befehlnach, dass s. f. G. ihrem Nächsten verzeihen und vergeben sollen,folgende Mittel .... zulassen. . . .
Bucer antwortet am 8. Juli: die unüberwindliche Schwierigkeitliegt in den jungen Vettern Kronberg, Kaspar und Georg. „Man hatinen getrewlich furgehalten, das E. F. G. inen ihres vaters halben(Kaspars I in der hessischen Fehde) meer ongnedig zu sein Ursachenhatten, dann gegen Hartmut .... noch beharren sie, alss junge raueund freidige (freche) gesellen, vorab der eine (Kaspar), uff irem sinn,weyl sie der sachen wol auss zuwarten haben und in keinem besonderenmangel irer güter stehn, wie Hardtmut." . . . Sie besassen die köl-nischen Lehne, die ihre zweite Grossmutter Maria Walpod von Ulmenin die Ehe mit Frank X (75 F) gebracht hatte; dann die Hälfte derHerrschaft Binzburg bei Offenburg, mainzer Lehne u. s. w. „Meinensich zu behelffen des Vertrags, den ir vatter gegen E. F. G. erlanget,daruff der Landtfrid zu Worms uffgericht .... und dem allen nachinen, alss onschuldigen kindern, mit (der gewaltsamen Wegnahme von)Cronberg, Wasserbibliss und dem Zehend zu Gelnhausen erst solich(neue) beschwernuss zugestanden." Sie meinen, „sie thun one das fil"(durch die Erböffnung und den Verzicht auf die ihnen seit 18 Jahrenvorenthaltenen Früchte), „und das ire vorfaren umb kein gut noch geltje haben thun wollen." Der Landgraf möge nun „um der Vetternhärtigkeit halb," Hartmut der „fürwar für sich alle seine tage ein on-schedlich frommer man gewesen", nicht „langer hangen lassen." . .
Den jungen Brüdern fehlte damals bereits der Rat ihres weltreifenVaterbruders und früheren Vormundes, des mainzer Domscholastersund Domherrn zu Trier: Simon (97 F). Er starb am 15. Juli 1540,sechzig Jahre alt. Sein Schild hing als Memorie im Dome zu Mainzmit folgender Inschrift:
„Clauditur hac tellure Simon Cronbergius heros, Palma SchÖlasti-cörum, gloria magna patrum. Gloria pieridum, Germaniae gloria Cleri,Aureus ast artifex, praxitelis manibus."