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Bucer verhandelt mit dem Landgrafen, 1539—40.
gefüret hat. Ob aber Hardtmudt sich des abscheuens ob disen vehdenbei E. f. g. nit so wohl (nicht stark genug) hat vernemen lassen, achtich, sei daher komen: er hat Frantzen, alsz der warlich, die vehdenauszgeschlossen, ein gar teurer, frommer, gottseliger mann gewesen,der besserung der kirchen und polici im reich gar gern gesehen hette,gantz lieb gehabt. Derhalben er in auch, so fil möglich, gern entschul-diget, und nemlich (namentlich) dessen, das im wurdt, wie ich auchselb erkenne, mit gewisser onwarheit zugelegt: alsz solte er gedachthaben, sich in fürstliche hocheit zu erheben, und gemeine ordentlicheoberkeiten abzuthun. Aber alsz ichs zu Franckfort meermals erfaren,so besorge ich wol, Hartmut hat bei E. f. g. nit alles mit grossem be-trachten, wo und wie er stände und wohin alles verstanden werdenmöge, geredt. Er ist warlich frommer und redlicher dann weltgescheidund gewarseim. E. f. g. bitte ich, sie wolle seine reden meer der ein-falt dann einigem stoltz zuschreiben." Die eigentliche Ursache lag ge-wiss in Hartmuts Edelsinn, der ihn hinderte den untergegangenenJugendfreund auch nur im geringsten zu verleugnen. „Die Begnadigungwird dem Landgrafen selbst zu grossem Vorteil gereichen. Die Sickingenund Hartmut sind leut ... die auch gern sehen, dass es in den kirchenund sust recht und eerlich zu gienge, ob sie wol auch die gemeinenmengel der junckherrschafft und ihre besonder feel habe."
Der Landgraf erwiedert aus Zapfenburg, 24. Juli 1539: . . So vielHartmann von Kronberg betrifft, seind wir dem, wie es zu Frankfurtabgeredt, nachzukomen willig. Aber wahrlich besorgen wir, es sei inallen Ständen Ufsehen uf andere, und sich selbst nit; auch dass einjeglicher nit pleibe in dem Beruf, darin ihme gepurt; die Fürsten wollenKönig sein, der Adel und Graven wollen Graven und Fürsten sein,die Städte zum Theil feiern auch nicht, die Hoffart ist ja so gross beiihnen als bei anderen, und darumb folgt auch solch Unordnunge in derWelt."
Erst am 16. Juni 1540 schickt der Landgraf an Bucer die in-zwischen mit Hartmut zu Schmalkalden abermals verabredeten Artikelmit dem Begleite: dass er der Abrede zu Schmalkalden, sonderlich auchseiner (Bucers) Fürbitte willen, gern wollte einmal zu Ende sein, damiter getrost beten möge: „Vater vergib uns als wir vergeben unsernSchuldigern." Der Eingang des Vertrages klingt indessen noch streng,