364 Widerstand der Flügelvettern und des Kaisers, 1538—39; Stockung.
(was du) als ein Christ von myr begerdt, auch selbst zu thun schuldigbist. — Bis gott bepholn. Donnerstag (nach) Johannis (28. Juni).
An Hartman von Cronbergk. Philips 1. Z. Hessen."
Die Verhandlungen zogen sich durch dieses und das nächste Jahrbis zu 1539 hinaus, da Hartmut immer noch die Zustimmung seiner Vetternvom Flügelstamme und des Kaisers zur hessischen Afterbelehnung be-schaffen sollte. Beide Beteiligte weigerten sich dessen. Die Sachewurde hin und wieder gezerrt. Der Landgraf verlangte Ersatz der vonihm an Jakob III für dessen Anteil bezahlten Summen. Die VetternKaspar II und Georg I Kronberg wollten nichts nachlassen; sie hättenden Landgrafen nie beleidigt und keine Eile, zum Vertrage zu kommen.Die Erböffnung für Hessen wollten sie bewilligen. Inzwischen hatteHartmut im September 1538 auf Einladung des Pfalzgrafen in Frank-furt vor den drei Kriegsfürsten gestanden; bald darauf scheint er be-reits zu Kronberg in der Stadt, auf seinem Hofe am frankfurter Thorgesessen zu haben. Das Schloss, so berichtet der hessische Amtmannan den Landgrafen: sei „so verfallen dass es mit 2000 Gulden kaumwieder zum Bauen und Wohnwesen zu bringen sei."
Am 8. Dezember 1538 verhandelte Hartmut abermals zu Frank-furt mit dem hessischen Kanzler Faige. Dann unterzeichnete er unterm22. April 1539 zu Glessen den Entwurf eines Vertrages. Philipp schreibtseinem Amtmann Helwig von Lauterpach: Es sei Vertrag mit demCronbergk bis auf kaiserliche Genehmigung verabredet. Philipp befiehlt:„dass du Hartmud von Cronbergk die Abnutzung von allen gemeinCronbergk gehörigen Gütern, so zu seinem Theil und den anderenvon Cronbergk zustehen, auch Jakob von Cronbergk gewesen, dissJar lang halb folgen lasst, und weithers unseres Bevelhs, wie du esein ander Jahr damit halten sollst, gewartest."
Hartmut war im Laufe der langen in Unruhe verbrachten Zeitenzwar noch nicht alt an Lebensjahren, aber mürbe im Widerstande ge-worden. Er bedurfte der Ruhe und wollte seinen Kindern die volleNutzung der Kronenstamms-Hälfte sichern. Die jungen Vettern dagegen,Georg und Kaspar beharrten im Widerstande. Sie erwirkten unterm24. April 1539 eine kaiserliche Ladung des Landgrafen vor das Kammer-gericht in Wimpfen, um sich zu verantworten: „weshalb er Cronbergk