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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Der Landgraf schreibt persönlich an Hartmut, 28. Juni 1537. 363

Lieber Hartmut. Ich hab gelesen deine Supplication und christ-lich Vermahnung, an mich gethan. Nun weiss Gott, dass ich dir imHerzen nicht feind bin, obgleich du es um mich wohl verdient. Binauch geneigt, dass die sach christlich und ehrlich möge vertragenwerden." . . . Ich darf jedoch als gute Obrigkeitnichts an mir ver-mindern lassen, . . habe schwere Kosten und viel Bluts aufgewandt."Niemand darf mir Schuld geben können,dass ich das Eroberte soleichtlich von mir kommen Hess, eher als der schade ausgefolgt wäre." . .Und darumb wirst du nit allein dich, als ein Christ wie ich dich mer-mals rumen höre, bedenken, sondern mich und meine underthan undnach kommen auch. . . Dan mich bedünke, du siehst und suchst alleindie liebe des nechsten und gots gebot uff deiner seite, da dirs wolthut; du must aber herwieder, der liebe art nach, auch das meine(suchen), wie Paulus sagt:Ein jeglicher such nit das seine, sunderwas eines andern ist."

Wo du nun so christlich sein wild als ich zu dir hof, musstdu" . . . erwägen . . .was mir nachrede und Unwillens bei meinenunderthanen folgen würde. Auch bedenken, und dich der massen indie sach schicken, dass ich auch nicht mich kann mit dir vertragen unddarin deiner bracht oder hoffart (wilches ich dir doch zu nachtheil nitschreiben wil) nit mehr ansehen denn gotts ehr, bruderliche versünungdes nechsten; und ist not dass ich dich deshalb mit der schrift oderexempel der schrift in diesem meinen schreiben belästige. Dann ichdafür halte, du sie genugsam gelesen und verstanden hast, das so billichist das einer vergebe, darwidderumb der ander auch nachlass; alsnimpt man dir den Rock so gipp den mantel darzu. Das ich doch nitgeneigt bin, dich ganz zu entplossen sondern gnediglich zu halten, undhab darum meine Rete befolen, dir mein gemüt hieneben antzuzeigen;wo du nu nit zu gar prachtig (bist) und den alten Adam hast zu heischen(fordern), so würd diesser sach wol guder radt funden werden, sie oneine sonder verderplichen oder deiner ehren nachtheilig (Bedingung)zu vertragen, und magst mir warlich glauben, das ich dir mit der thatvergelte, dan nu hat ich wol weiter kegen (gegen) deinen leib und güterzuhandeln gehapt, und wil hiemit dir wünschen in got gnade, dass dudich in dissem handell so christlich und vertreglich, wie das der liebenach sich gepurdt, haltest, wie ich dann auch zu thun geneigt, und