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Erzbischof Richard und Dr. Luther in Worms, 1521.
ganz unachtsam das gotts wort bey E. f. g. und in dem Stieft Trier ge-halten wirdt. Und dan kein unterscheydt ist unter denen, die den hernChristum leiplich gekreuziget haben, oder aber unter denen, die beydieser gnad zeitten das gottl. wort wissentlich verfolgen und vorachten. . .
Demmal dieweyl ich E. f. g. lehnsmann und desshalb sonderlichvorpflicht gewest, auch herzlich lieb gehapt, und noch; dieweyl mir aberkeineswegs zu mut ist, auch sich nicht geburt: alles zeitlich, es seyenlande oder gütter, auch nit mein mutter, weyb, kinder und mich selbstmehr lieb zuhaben dann got. . . . Darumb wil mir aus oberzelten Ur-sachen weytter E. f. g. vorpflicht zu bleiben, beschwerlich sein; dess-halb so schreib ich E. f. g. hiemit .... mein lehen und dieselbigepflicht uff." — Hartmut will jedoch für den Kurfürsten beten, dasser „das rein lauter Evangelium mögen annehmen" und dadurch „derallergreulichsten gotts straff, die allen beharrenden vorachttern gottsworts verhayssen ist, entfliehen mögen."
Als Erläuterung der erwähnten mündlichen Verhandlungen Hart-muts mit dem Erzbischofe zu Worms (1521) wird dienen: dort hatte,auf Verlangen der Stände, zwischen dem 19. und 26. April eineKommission unter Vorsitz Richards mit Luther gütliche Verhandlungenzu pflegen, bevor die Reichsacht über den als Ketzer bereits ge-bannten Augustinermönch verhängt würde. Als dieser engere Ausschussdes Erzbischofs Herberge verliess, verhandelten Richard und Luthernoch längere Zeit allein. Der Erzbischof trat damals vermittelnd auf.Er war vor allem einsichtiger Staatsmann und weltlicher Landes-fürst; er konnte daher den gerechten Grund einzelner reformatorischer
kluge Kirchenfürst weckte übrigens des Mönches und Professors Ver-trauen. Luther schreibt bald darauf: der Erzbischof sei „ganz gut undmehr denn gnädig" gewesen. Richard bot ihm — wie er alsbald an
Vorschläge nicht verkennen. Deshalbwollte er den päpstlichen Bannfluchfallen lassen, wenn Luther den Aus-spruch eines künftigen Konzils grund-sätzlich anerkenne. Dieser aber er-klärte: „auch die Schlüsse des Kon-zils dürften Gottes Wort nicht zu-wider laufen." Der weltmännische