228
Der grosse Burgfriede von 1367.
besassen. Durch ihre Fronden und Dienstfuhren wurde der Burgbauausgeführt, jedoch in dem Maasse, dass die „Herren ere Karn vorunssere Dienstkarrn wollen lassen gehen." Weiterhin: vor Eschborn undHoechstadt, müssen die Ortsherren Weidegerechtigkeit besessen haben,denn im Jahre 1300 finden wir bereits ihre Schäferei „zu Schonenberg."
So war etwa — unseres geringen Wissens — der Zustand, als dieerste uns erhaltene zusammenhangende Nachricht über die baulichenVerhältnisse auf und an der Burg zu Kronberg niedergeschrieben wurde :
Der grosse Burgfriede vom 24. Februar 1367.
Wir, Franck (VII, 49 F) von Cronnberg und Walther (VIII, 53 F)myn sone, und Ulrich (I, 51 F) von Cronnberg vitzdum in demRingauwe und Franck (VIII, 52 F) myn sone, uff eyne syten - Hartmudtvon Cronnberg (VI, 47 K) der alte und Johan (III, 56 K) myn sone,und Hardtmut von Cronnberg (VII, 48 K) der junge, des alten Hart-mudes bruder uff die ander syten, bekennen vor uns und alle unsererben und nachkommen, das wir von beyden syten eintrechlichen unserfrunde, zu funff gemeynen mannen, gekorn und gestalt han, mit namenherrn Conrade von Bomersheim, Erwin Lewen (Low von Steinfurt)Gotfride von Stogkheim, Johan Brendeln (von Homburg) und Wyfriedevon Werberg, ritter, umb alle anspräche zweyunge und miszhellunge,die sich zusehen uns erlauffen hant und uff dissen hutigen dag; alsowie sie uns darumb richten mit mynne (güte) oder mit dem rechten,das wir das stede und veste sollen halden.
1. Zum ersten sprechen wir, die vorgenanten funff, eintrechlichenund ungezweyet, zu eyner mynne mit beyder partye willn und wissen,umb den flecken uff der oberstin bürg (3) der da vnverbuwet liegt,da der mandelbaum uffe stunt (mantel = Kiefer, Föhre) vnd angeet andem rechten thorne (Hauptturm, 4) vnd windet (wendet sich) an demcappelthorne (1), das der sal ligen in gemeynschafft vnvirbuwet ewic-lichen, itz enwere (wäre) dan mit willn vnd wissn der ganerben diedarzu gehorent.
2. Item vorbas (ferner): mee (mehr) nyderwert in der andernbürg, so sprechen wir um soliche schalen-kemenade (Bp. n), als herFranck und Her Ulrich hant, die ir ist, die an dem burne (k) gelegen ist,das sie die mögen uszrucken und buwen drye fusze gein dem wege (j—j)