Halde. Tempelherrensage. Rodung des Thaies Croninberc. 227
und verflachten nach und nach den Abhang, endlich bildete sich amFusse der Halde ein Hügel. Diese kennen wir noch jetzt als: Schutt-halden, während der Hang selbst und die Tiefe den Namen verlorenhaben. — Oberhalb Mainz stieg, in alten Zeiten, am steilen Rheinuferein Gelände auf, gegenüber der Mainmündung. Es hiess im Mittelalter:„die Rynhald" Rheinhalde. Später prangte dort das berühmte Lust-schloss „Favorite;" jetzt überdecken den Hang die „Neuen Anlagen."Bei Kelsterbach am Main, unterhalb Höchst, heisst der steile Uferhang:die Helle. In Rüdesheim nennt sich eine der vorzüglichsten Lagen:„Engehöll;" Schiersteins bester Wein wächst, an einem südlichen steilenHange, in der „Hölle."
Der „Tempel" war freigeworden, seitdem die von Ludwig demBaier am 21. April 1330 bewilligten 12 Schutzjuden wieder aus Kron-berg verschwunden waren. Im Burgfrieden von 1344 werden sie nocherwähnt; sie wohnten in der benachbarten „Judengasse," jetzt: „Eichen-gasse." Die zweite Judenschlacht zu Frankfurt und Umgegend war1349. Ulrich I besass 1367 die Judenschule, die damals leer stand.Im Jahre 1390 werden die fränkischen Judenschulden kassirt. Im Jahre1414 finden wir die nutzbaren Fremdlinge abermals noch nicht wiederan Ort und Stelle. Mehreres über die Rückkunft dieser Weltwandererin das gelobte Land Kronberg wissen wir nur insofern, als dassim Jahre 1437 das Städtlein von einem grossen Brandschaden heim-gesucht wurde, und dass seine Herren zur Aufhülfe einen Steuererlassgewährten; daneben auch ein Moratorium „für die der Judenheitschuldig sind."
Eine örtliche Sage leitet die „Helle" von irgend etwas „Heiligem"ab, verbindet damit den „Tempel" und macht aus beiden einen uraltennebelhaften Templerhof. Leider steht dieser Legende die Geschichteverneinend gegenüber. Die Tempelherren waren überhaupt in Ober-deutschland sehr selten zu finden. Der Orden wurde unterdrückt imJahre 1312, um dieselbe Zeit als das Dorf Croninberc sich soeben ausdem Walde herausrodet. Zu etwas besonders Heiligem hielten bekannt-lich die Templer überhaupt wenig nähere Beziehungen.
Von sehr früh an, schon im 13. Jahrhundert, waren im „Thale"(im Dorfe am südlichen Fusse der Burg) Hörige und andere Ansiedlerangesetzt worden, die ein Waldstück urbar machten und gegen „Rodezins"