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Turmwächters Tagelied. Die östliche Schildmauer.
heirateten 1510 und beendigten den bedeutenden mehrjährigen Bau derbeiden Väter.
Unter der Auskragung des Wehrganges läuft ringsum ein Rund-bogenfries. Im nordöstlichen Eck ragt oberhalb der Fenster ein Guss-erker (Pechnase) hervor, grade über der untern Eingangsthür; danebeneine „Heimlichkeit." Der Bogenfries wiederholt sich oben am Turm-fortsatze; auf diesem liegt jetzt der oberste Umgang zwischen denZinnen und dem Dachhelme. Wenn auch von so steiler Ueberhöhungder unten am Turme stürmende Feind nicht mehr wirksam zu be-kämpfen war, so bedurfte man dennoch dort des Verkehrs um dasdurch die Brandpfeile entzündete Dach löschen zu können. Im Turm-fortsatze ist ebenfalls nach jeder Himmelsrichtung ein Fenster angebracht.Rechts und links des südlichen stecken zwei eiserne Kanonenkugeln inder äusseren Mauer; es sind hessische, sie schlugen hier am 14. Ok-tober 1522 ein. An einem südlichen kleinen Ausbau des Dachhelmshangt frei eine Glocke ohne Klöppel; eine zweite dortige soll in derNachbarschaft nützliche Verwendung gefunden haben. Hier hielt derTurmwächter stete Umschau. Den Anbruch des Tages hatte er durchsein Lied zu verkünden, das Herren wie Knechte zum Aufstehen mahnte:
„Des morgens do es tagete, der wechter mehre sagete;
Er rief von den zinnen : „ich sehe daz lant brinnen."
Der Wächter:
„sine tageliet sanc,
daz im sin stimme erklanc
von grozem done.
er sanc: es taget schone,
der tag der schinet in den sal,
wol uf! ritter überal,
wol uf! ez ist tag."
An den Freiturm schliesst sich die von aussen etwa 12,50 Meterhohe, 2 Meter starke Schildmauer (Bp. 5), deren Felsunterlage äusser-lich zu Tage steht. Sie konnte also vom Angreifer nur sehr schweruntergraben und zum Einstürze gebracht werden. Die davorliegendeöstliche Angriffsfläche ist durch Ausbrechen des Gesteins künstlich ver-tieft. Die Schildmauer hatte für den alltäglichen Verkehr einen Absatz(Zinnengang) unter dem obersten dünneren Teile der Brüstungsmauer,„brustwere." Dieser ist verschwunden; auch Spuren eines hölzernen