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Freiturm. Seine Stockwerke. Verliess.
vom beherrschenden Punkte der Oberburg über Stadt und Umgegendzu wachen; die östliche und südliche Ringmauer zu seinen beidenSeiten zu verteidigen; endlich: wenn der Feind bereits in den Burghofeingedrungen ist, den Insassen als letzter Zufluchtsort zu dienen wo sieihren „Frieden bergen" können. Indessen gilt dieseAbleitung des Wortes als zweifelhaft; vermutlichwurde der Name aus einer orientalischen Bezeich-nung nach dem Klange im fränkischen Ohre ver-deutscht; denn in den Kreuzzügen lernten die abend-ländischen Christen vom heidnischen Feinde den dorturalten Festungsbau. Der Berchfrit ruht auf gewach-senem Fels. In alten Zeiten stand er noch erheblichhöher über dem Hofe der Oberburg, denn dort liegtheute der gewachsene Urboden unter einer Kultur-schicht von mehr als einem Meter. Der quadratischeFreiturm stieg ursprünglich nur etwa 20 Meter auf,bis zur Höhe des Absatzes; der obere eingerückteebenfalls quadratische Fortsatz, bis zur Dachspitzegegen 18 Meter hoch, ist um 1500 hinzugefügt. Erwurde jedoch nicht einfach aufgesetzt, sondern inForm eines quadratischen Schachtes hart an der Innen-seite des älteren Turms, zu dessen Verstärkung gegenPulvergeschütz, vom gewachsenen Felsgrunde hinauf-gemauert. Der Berchfrit ist jetzt vom Erdboden bisoben zum Absätze durchaus hohl. Früher enthielt ermehrere Stockwerke, die teils durch Balkendeckenteils durch steinere Wölbungen geschieden und durchein Loch in jedem Fussboden auf Leitern zugänglichwaren. Vor etwa 25 Jahren erst zerstörte man, inhöchst unverständigem und unbescheidenem Eingriffe,sämmtliche Zwischendecken um eine bequeme Holz-treppe für aussichtsbedürftige Spaziergänger hinauf zu führen! Das un-terste, in den Baugrund vertiefte Turmgeschoss ist gegen aussen voll-ständig abgeschlossen; dort befand sich das „Verliess." Die Gefangenen,und ihnen nach ihre spärlichen Nahrungsmittel, wurden durch einenoch vorhandene Oeffnung in der Deckenwölbung hinuntergelassen. Bei
Querschnittdes Freiturms.