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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Fürstliche Hochzeit. Ritterspiele.

Im Jahre 1498 wurde in Frankfurt eine fürstliche Hochzeit aus-gerichtet und, nach altem Brauche, viele Tage lang durch Schmaus,Turnier und Tanz gefeiert. Der Erzbischof Friedrich Hermann vonKöln, ein Prinz von Hessen, vermählte seinen Neffen, Wilhelm denälteren, mit der kurpfälzischen Prinzessin Anna. Kurköln hatte fünf-hundert, der Pfalzgraf eintausend sechshundert Pferde im Gefolge. Beiden Ritterspielen gewann der junge Geschlechter Ambros von Glau-burg den Dank. Zugleich erwies er sich als ein feiner Höfling. Alser den Herzog von Braunschweig in den Sand schnellte, warf er sichselbst ebenfalls eilends zur Erde nieder, um mit dem BesiegtendieSchamröthe zu theilen." Die Stechbahn auf dem Berg (Römerberg)wurde von den Zünften bewacht, denen man Wein und Fleisch in Ueber-fluss reichte. Auch der Rath ward gut bedacht. JederRathsfreund"bekam 10 Mass guten Weins und 3 Mass echten Malvasier. Ausserihnen schmausten als fröhliche Gäste: die Haupt- und Amtmänner,Prälaten, Priester und Mönche, Komture (von Sachsenhausen), Edel-leute und andre ehrbare Männer. Der Wein war hunnisch und frän-kisch; befördert wurde der Durst durch Gerichte wie: gepfefferte Kuh-euter und Rindszungen, Käse, gesalzene Pricken und Häringe:Damalsgingen volle Humpen herum, jetzt: Langeweile." Das Zutrinken war argim Schwange,eine böse Sitte die den Nüchternen zur Völlerei nöthigetund das Trinken in einen rasenden Wettkampf verwandelt. Weder Reichs-gesetze noch Exkommunikation können das Volk davon entwöhnen."

In der Wormser Chronik heisst es, 1495:Es haben sich auchdie edelleut mit saufen auf diesem Reichstag ziemlich säuisch gehalten;eins abends waren ihrer 24 zum schwanen, die aszen einander rohegäns zu mit federn, fleisch und anderm, und trunken und verwüsteten174 mass weins, denn sie zwungen einander mit wein . . .; der imbisskost ob 200 fl, zerworfen wohl bei 100 gläser."

Messen und Spielhäuser.

Eine ganz besondere Anziehung übte Frankfurt durch seine jähr-lichen zwei Messen. Die Stadt verlangte dafür freie Strassen, trat abereifersüchtig hindernd entgegen, als gleichartiger Wettbewerb für die Städte:Mainz, Braunschweig, Nürnberg erschlossen wurde. Dort kauften undverkauften die Umwohner: Wollstoffe, Leinwand, Pferde, Wein, seit