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Feste in Frankfurt.
Das gesellige Leben des 15. Jahrhunderts hatte nur geringe Aehn-lichkeit mit dem unsern. Die Stände und Geschlechter sonderten sichweit schärfer; Kunst und Wissenschaft drangen nicht mildernd ins täg-liche Leben ein; der Sinn für Natur schlief. So gestaltete sich wohl dasgeräuschvolle massenhafte Zusammensein nicht sehr anregend und er-quicklich. Neben den kirchlichen Feiern boten sich den KronbergenTänze und Schmäuse zu Frankfurt; indessen fielen sie selten. Häufungder Speisen und Getränke war Hauptsache. Die dabei übliche Kleider-tracht der Männer und Frauen zeigt sich kostspielig. Ein gewöhnlichesFrauengewand bezahlte man mit 9 bis 10 Goldgulden. Der Stoff warreich und schwer, die Mode wechselte nicht minder sprunghaft als jetzt.Selten findet man das Prachtgewand einfarbig: rechts schwarz — linksweiss oder rot; oft viererlei Farben. In solchem Glänze der Gewänderund Kleinodien erlustigten sich die Edlen der Umgegend bei den Ban-ketten der kaiserlichen Stadt. Reichstage, Wahlen und andere Staats-handlungen, dazu die Nähe des Kurerzkanzlers in Mainz, hatten Frank-furt zum Mittelpunkte des damaligen politischen und geselligen Lebensin Deutschland erhoben. Allerdings vollzog sich der Verkehr der feinengeputzten Gäste in den Gassen vermittelst Holzschuhen, des unergründ-lichen Schmutzes halber.
Ueber die Herrentrinkstuben zu Frankfurt, die Gesellschaften vonHaus Limburg und Frauenstein, wo die Kronberge Mitglieder und häufigeGäste waren, hat uns der Stubenmeister Jacob Rohrbach genau unter-richtet. Er erzählt von der Fastnachtszeit des Jahres 1465:
„Uf sontag estomihi und den montag (16. und 17. Februar) aszenmann und frawen des abends auf der Stuben und danzeten nach demabentessen öffentlich im husären (area, Hausflur). — Uf dienstag (18. Fe-bruar) assen frawen und mann zu mittag uf der Stuben und gleich nachdem essen giengen sie in einer procession gen Sachsenhausen in dasTeutsche haus, und da danzet man dreimal, und nach dem ersten danzgab man zu trinken firn win, und nach dem andern danz gab mandresenei (Confect) und nuwen win, und nach dem dritten danz schei-det man von stund und giebt jeglicher person, man und frawen, einpar bröderchen, und darnach gehet man zu sanct Johann, da danzetman nicht sunder (nochmals), und giebt da zu essen rostige heringe