Wysz Win, roid Win und Waldmeister.
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Ueber die geistigen Getränke unserer Vorfahren ist schon vomHofe der Hohenstaufen berichtet worden.
Die grosse Streitfrage des „fränkischen" und „hunnischen" Weinesfindet im Jahrhundert der aufdämmernden Bildung unserer Vorfahrenendlich eine entscheidende Lösung. In einer rheinischen Urkunde von1438 heisst es: „duo plaustra vini hunici et unum plaustrum vini franci."Die gleichzeitige Uebersetzung lautet: „zwei fuder wysz wins und eynfuder roid wins." Ferner wird bezeugt, dass das Getränk mit demabsonderlichen Namen: „Reynfan oder Reynfal" ein istrischer Wein ist:vinum Rabiole, aus Prosecco bei Triest. Endlich erwähnt der BotanikerJakob Theodor Tabernaemontanus (von Bergzabern) lobpreisend „dasKreutlein Waldmeister, auch Herzfreund, von die Leut in Wein zu legen."
Vieles im Trinken vertragen zu können war eine Tugend und einRuhm; wer nicht bis zum frühen Morgen aushielt der wurde ausge-lacht. Die Frauen nahmen Teil und nicht nur mit verschämtem Nippen.Sie sassen gern gepaart und tranken mit ihrem Genossen aus demselbenBecher. Wie der Mann das Schwert verzechte, so oft die Frau denSchleier vom Haupte. Die Trinkbücher auf den Burgen zeugen davon;noch an Philippine Welsers Tafel auf Schloss Ambras sassen, um 1550,Heldinnen die den Dreimaass-Humpen meisterlich handhabten.
Nach Tische gab es zunächst einen höfischen Tanz: einen feier-lichen Umgang im Saale mit einer oder zwei Damen. Dann folgte derReigen, eine Art von Kuss-Polonaise, wobei man sich durch hohe undweite Sprünge auszeichnen durfte. Die Zuschauer sangen das Tanzliedund klatschten den Takt mit den Händen.
Garten, Feld und Wald.
Der Garten, das eingezäunte und dadurch bewachte (gegardete) StückFeld, trug vielfältige Blumen, besonders Rosen und Lilien; für die Haus-apotheke Kräuter und Wurzeln. Man säete: „kohl, ronkel, petersilien(heisst man ein kochkraut), reban (?), cibölle, knoblauch, kabaz, magsam(Mohn) hanf und hanfsam." Lauben schützten gegen den Sonnenbrand.An Obst gab es im Bungert (Baumgarten): Kirschen, Nüsse, Aepfel,Birnen und Quitten. Diese Bäume hinderten nicht die Weinpflanzung;ein und dasselbe Ackerstück trug gewöhnlich Getreide, Wein und zahl-reiche Nussbäume für die Oelmühle. Die „Käste," Edelkastanie, eine