Druckschrift 
1 (1861) Die Grafen von Zollern und Burggrafen von Nürnberg
Entstehung
Seite
441
Einzelbild herunterladen
 

441

ung von den dringendsten Schulden, „wenn auch mit gro-ßem Mißfallen seines Herzens," von den Bewohnern sei-nes Gebietes eine allgemeine Steuer von 10 Procent desEinkommens erhob. Auch die geistlichen Stifte leisteten dazuin Vertretung ihrer Unterthanen ihren Beitrag gegen be-sondere Reverse, daß es ihrer verfassungsmäßigen Freiheitunschädlich sein solle. Der Ertrag dieser Steuererhebung,die noch im Jahre 1410 fortdauerte, muß auch bedeutendgewesen sein, da Stifte, wie Ansbach 1000, kleinere Stiftewie Wilzburg 400, AHausen und Heidenheim jedes 300Gulden beisteuerten'.

Je weniger aber solche, in damaliger Zeit noch sehrungewöhnliche Hülfen sich öfters wiederholen durften; destonothwendiger erschien es, für die Zukunft dem burggräfli-chen Haushalt eine Einrichtung zu geben, wobei derselbe,ohne solcher Zuschüsse zu bedürfen, bestehen könne. Frie-drichs Räthe redeten meistens noch größeren Einschränkun-gen das Wort. Friedrich sollte nach ihrem Wunsch seinebesondere Hofhaltung ganz aufgeben und mit einer kleinenUmgebung an seines Bruders Hof ziehen, um sich bei die-sem aufzuhalten.

Dieser Plan wnrde jedoch von Anderen nnd besondersvon dem eben aus Ungarn vom Könige Siegmund heim-kehrenden Ritter Ehrenfried von Seckendorf, sehr gemißbil-ligt. Sie erkannten, daß der noch im kräftigsten Lebensal-ter stehende Fürst, bei seiner glücklichen körperlichen undgeistigen Ausstattung, zu höheren Dingen berufen sei, als

1) Nvll. VI, Uo. 529. 534. 542. 543. 544.