Bei Tschudi (Arma gentilitia 1633) und im Helvetisch-Eidgenössischen Lexikon von Leu (Zürich 1763))so wie in Stumpfs Schweizer-Chronik II, 235b, stehen folgende Grünenberg'sche Namen aufgezeichnet:
Anno 1252. Marquard und Heinrich von Grünenberg, frye.
Anno 1298. Johannes und Arnold von Grünenberg, frye zu Binzen gesessen.
Anno 1351. Berthold von Grünenberg, Fry.
Anno 1367. Margarethe von Grünenberg, äbtissin zu Säckingen am Rhein.
Anno 1377. Marquard, Freiherr von Grünenberg, der 28. abt des klosters Einsiedeln.
Anno 1385. erscheinen die Herren von Grünenberg und Torberg zu Walhausen und Rotenburg bei Luzcrn.
Anno 1386. Ein Johann von Grünenberg soll bei Sempach geblieben sein.
Anno 1413. Hamann und Wilhelm von Grünenberg auf dem Concilium zu Constanz.
Anno 1426. Her Johann Grün von und zu Grünenberg, ritter.
Anno 1426. Her Conrad von Grünenberg, chorherr.
Anno 1438. Her Wilhelm von Grünenberg, her zu Rinfelden.
Die Wappen der Freiherren und der Edlen von Grünenberg unterschieden sich in den Farben; dieErsteren führten im goldenen Schilde grüne, von Gold eingefasste, gedoppelte, dreifache Berge, die Letzteren einenschwarzen Schild mit gedoppelten, dreifachen, goldenen Bergen.
Conrad von Grünenberg, mit dem wir uns hier besonders beschäftigen wollen, gehörte dem KonstanzerPatrizier-Geschlechte an. Nach des städtischen Archivars Herrn Dr.Marmor's zu Konstanz verdienstlichen Forschungen,erscheint «Cunrat Grünenberg» zuerst im Jahre 1442 als Baumeister der Stadt Konstanz. Zu dieser Stelle wurdefast immer ein Mitglied des Raths gewählt, oder ein anderer angesehener Mann, dem man Baukenntnisse zutraute.Unter ihm stand ein Unterbaumeister vom Fache.
Als Baumeister erscheint Conrad 1444—46 48. 50. 51. 53 — 55. 5 7- 59- 1461
Als Mitglied des grossen Raths kommt er vor in den Jahren 1454— 1460. 1472. 73. 75 — 80.
Als Mitglied des kleinen oder täglichen Raths 1462 - 65. 71. 81 — 86. (von diesem Jahre an mit derBezeichnung: «Ritter») 87 — 94. Im letzten Jahre wird er als todt bezeichnet.
Als Bürgermeister kommt er vor 1466. 68. 70. (Es wurde nach den Statuten der Stadt der Bürger-meister nur auf ein Jahr gewählt.)
Als Reichsvogt erscheint er 1467 und 1468. (Vielfältig wurde der Bürgermeister im folgenden Jahrenach Ende seines Amtes zum Reichsvogt erwählt.)
Neben diesen Diensten her versah er in den Jahren 1462, 1463, 1465 und 1466 die Stelle eines Bau-meisters zu St. Stephan; im Jahre 1471 die Stelle eines Besehers der Stadt Buwen (Bauten) und im Jahre 1474die Stelle eines Pflegers auf Bererain (im Thurgau). In welchen verwandtschaftlichen Beziehungen Conrad zueinem Grünenberg stand, welcher im Jahre 1388 mit einem Pferd, das zu 30 Gulden gewerthet war, und mitChristoffel Grünenberg, welcher im Jahre 1441 als Vogt zu Spiegelberg (im Thurgau) und 1459 als Vogt zuRorschach erscheint, ist uns unbekannt. Im Jahre 1465 wollten sich Conrad und Hans Grünenberg, wahrscheinlichdes Ersteren Bruder, in die Geschlechter-Zunft zur Katze als Mitglieder aufnehmen lassen, und ihre Wappen er-scheinen auch mit dem Zeichen dieser Zunft in der Wappenrolle der Konstanzer Geschlechter, welche sich imstädtischen Archive daselbst befindet, und welche dem Jahre 15 17 anzugehören scheint.
In der Heroldskunst war Conrad Grünenberg der grösste Meister seiner Zeit in Deutschland. SeinWappen werk, welches bisher nur in wenigen Exemplaren verbreitet war, ist, wenn nicht der älteste, so doch dervollständigste deutsche Wappencodex, welcher auf unsere Zeit gekommen ist. Es wird darin von den Formen,Figuren, Farben und Eigenthümlichkeiten inländischer und ausländischer Wappen, von den Wappen der Kaiserund Könige, der Geistlichen und weltlichen Reichsstände, der Herzöge, Fürsten, Grafen, Freiherren und des ritter-lichen Adels, von Gesellschafts- und Ordenszeichen, von Turniergebräuchen und von Trachten des 15. Jahrhundertsgehandelt. Die Wappenrollen einzelner Städte, z. B. die im Jahre 1858 in Buntfarbendruck herausgegeheneWappenrolle von Zürich übertrifft an Alter das Wappenbuch Conrad Grünenberg's allerdings fast um 100 Jahre,in Zeichnung und Ausfuhrung bleibt dieselbe aber weit hinter seiner Arbeit zurück.
Eine andere Bilderhandschrift, welche die Aufschrift trägt:
«Dit is dat Wapen Bouch van den Sesken (?) Arnoldus Hörneus filius domini ab Homefuit Episcopus Leodiensis. Anno christianorum MCCCLXXIX.»und von welcher wir bereits im Anzeiger des Germanischen Museums gehandelt haben, scheint leider seit 20Jahren aus Deutschland verschwunden zu sein; es dürfte also von den Männern der Wissenschaft und insbe-sondere von den Jüngern der Heroldskunst mit Freuden begrüsst werden, wenn wir unser bereits vor einer langenReihe von Jahren, 1840, gewagtes Unternehmen erneuern und mit einer möglichst vollständigen Ausgabe des
vi