— 185 —
und Stralsund, einige benachbarte Adelsgeschlechter möchtenalter Ansprüche wegen, mit Hülfe ihrer Genossen aus derMark und aus Mecklenburg, des Schlosses sich bemächtigen unddie Landstraßen sperren. Sie zogen daher gerüstet anö, ver-jagten die Umlagcrer und zerstörten die alte Burg, die jetzt nurnoch als ein schroff abgestochener Hügel erkennbar ist (4). Diein wenig Zügen angedeuteten politischen Partheinngcn und Zu-stände, in denen sich auch die Glieder unseres Geschlechts bewegthaben, lassen uns auch die Ursachen erkennen, weshalb wirdieselben ferner in Pommern vereinzelt und in zurückgezogenerStellung antreffen, in anderen Gegenden dagegen zahlreicherauftreten sehen.
Das Wappen dieser Geschlechtslinie, der Wintcrfelde,blieb im Schilde unverändert der Wolf mit der Garbe, welcheletztere hier gleichfalls in ältcrn Siegeln fehlt. Wiederum einBeweis, daß die Garbe dem alten Schilde als ein nothwcn-diges Zubehör angehörte, und das Fortbleiben derselben inalten Siegeln nur Zufall war, der seine Begünstigung fand inder im Norden gewiß noch wenig entwickelten Kunst, dieSiegel zu stechen. Als Helmschmuck aber finden wir hier denWolf in ganzer Figur, schreitend zwischen k Fähnlein; nacheinem alten Schilde wechselnd in blau und weiß, nach Mi--crälius aber roth. Sicherlich deuten die Fähnlein auf dieFähnlein gerüsteter Knechte hin, die der starke Wolf einst inden Kampf geführt hat. Wappenzeichen sind Symbole längstverklungencr Thaten. Seit wann diese Linie den Hclmschmuckgeführt, wir wissen es nicht, wir finden ihn vor und könnenihn nicht anders deuten.
s 4. Martin von Winterfell» ist der erste derZeit nach, den wir als dieser Linie zugehörig annehmen müs-sen; sicherlich war er ein Sohn jenes gewaltigen RittersMartin, den wir im 1. Abschnitt im 8 19 deö 2. Kapitelskeimen gelernt haben. Dieser Martin tritt uns unverkennbar