Druckschrift 
1 (1858)
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

Mecklenburgischen Fürsten, wegen der verpfändeten und nochnicht eingelösten Rügeschcn Landschaften, nnd kamen selbst nachder Einlösung zum offenen Bruch. Wenn nun auch in diesenKämpfen Herzog Barnim l35l in der bekannten Schlachtam Schoppcndammc siegte, so zeigt sich doch fast überall dieUeberlegcnheit deö ritterlichen Herzogs Albrecht von Mecklen-burg, dessen Macht durch den Anfall der Grafschaft Schwerineinen bedeutenden Zuwachs erhalten hatte. Da mögen auchwieder die alten Sympathieen in dem Herzen der bekanntenPommerschen Vasallen für die Mecklenburgischen Fürsten, derenInteresse sich dies Jahrhundert hindurch auch mit der Markverflicht, erwacht sein, nnd Manchen hinüber ins Nachbarlandgeführt haben.

Zu den Kriegen im Innern und nach Außen kamen nochdie unausgesetzten Landestheilungen, wodurch die PommerschenHerzöge fast verarmten nnd die Herrschaftöverhältnisse in Be-treff der Vasallen sich nnübcrsehlich verwickelten. So viel stehtfest nnd wird uns gesagt (85), daß die vierfach und mehr ge-theilten Fürsten des ErbcS Wartislav's !V. in Schwächeversanken, nnd sich kaum anders vor bedeutenderen Grundbe-sitzern unterschieden, als durch unfruchtbare politische Verwicke-lungen. So waren sie ganz außer Stande, offenen Nanb,Brand und Mord zwischen den Anklamern und Schwcrinenzu verhindern. Daß solch ein Regiment dem Adel nicht ge-nügen konnte, der nicht Gefallen fand an den kleinen ärger-lichen Streitigkeiten der Heimath, liegt ans der Hand, sowie esgleichfalls die immer mehr steigenden Bedürfnisse der Zeit nichtbefriedigen konnte. Wie sehr aber die Bedürfnisse sich gesteigerthaben mußten, beweisen genugsam die Anordnungen des Natheszu Berlin vom Jahre 1335 gegen den Hang zur Verschwen-dung und das Prassen, ganz besonders gegen die übermäßigePutzliebe des weiblichen Geschlechtes Wir können nicht an-nehmen, daß der Pommersche Adel ganz unberührt von diesem