Druckschrift 
1 (1858)
Entstehung
Seite
30
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I

Is.

Das Gruppircn dcr Geschlechter in große Stammgenossen-schaften ist hauptsächlich ein Ergebniß neuerer Forschungen.

In Bezug ans das Winterfeld'sche Geschlecht sagtschon Elzow, der, als er 4671 seinen Pommcrschen Adels-Siegel anfertigte, Raths-Sekrctair zu Anclam war, und dortbis 1698 als Rathmann lebte: daß die Winterfelde einesStammes mit den Grafen v. Peine seien, und deren Wap-pen, welches sich am Rathskeller zu Hildcshcim befände, erfür das eigentliche Winterfeld'sche Wappen halte. Jetztist das Wappen dort nicht mehr zu sehen.

Nicht nur Aendernngcn des Namens, sondern auch Acn-dcrnngen im Wappen kamen häufiger vor, indessen traf dieseAendernng selten den Schild, mehr den Helmschmnck; doch wareine solche Aendernng selten Zufall, gemeinhin lagen immergewichtige Gründe vor, die freilich jetzt nicht mehr bei denalten Wappen erkennbar sind. Die Veranlassungen solcherAendernng in neuerer Zeit sind bekannt. Auch hierzu findenwir die Beispiele in dem Winterfeld'schen Geschlecht; auchhier haben zwei Hauptlinicn bei gleichem Schilde einen ver-schiedenen Helmschmuck, auch hier finden wir Zusätze bei Stan-deserhöhungen.

Dieser vielfach besprochene und häufig vorkommende Na-menwechsel erklärt sich schon ans der Gewohnheit von heute,wo man in den engeren Kreisen die Person auch nur nachdem Besitzthnm bezeichnet, und dadurch keine Verdunkelung derAbstammung befürchtet. Früher war es überhaupt Grundsatz,gerade so zu schreiben, wie man sprach.

Das Heraustreten der jüngeren Brüder aus dem Mini-steriell - Verhältniß mag auch nicht ohne Antheil gewesen sein.Ein anderer Grund lag wohl noch in dem alten SächsischenLehnrecht, in dem der Grundsatz galt: „Es vererbet Nie-mand ein Lehn denn der Vater aufdenSohn,"es fiel also für Seitenverwandte der Grnnd weg, ihre Ver-