— 127
des Erzbischofs, worin Graf Walram als Zeugeerscheint, übergibt er die Kirche zu Södel demKloster zu Ilbenstadt, (in der Wctterau, eine Meilevon Friedberg gelegen,) „das er immer besondersgeliebt wegen des strengen Lebens, der Frömmigkeitund der Gastfreundschaft, wodurch es sich ausge-zeichnet," und setzt fest, daß von dem Zehnten, dendie Kirche bezieht, den Brüdern und Schwestern,die in diesem Kloster „dem Vater der Barmherzig-keit, Jesu Christo, und seiner frommen Mutter un-ablässig dienen," zweimal im Jahr eine Feiertags-Mahlzeit, auf Maria Himmelfahrt und Maria Ver-kündigung, gegeben werden soll. Die Dotation derKirche und die tägliche Einnahme des Opfcrstockssoll für den Geistlichen der Kirche sein, der vomKloster angestellt wird. So vermehrte sich dasEinkommen des Klosters Ilbenstadt. Es war ge-gründet worden im Jahre 1123, durch die GrafenGottfried und Otto von Cappenberg, schon dasdritte Kloster, das sie nach der Negel Sankt Au-gustin's und der Vorschrift des heil. Norbert gestif-tet; sie hatten ihm Ilbenstadt mit allen Zehnten,Leibeigenen, herrschaftlichen Rechten, Wäldern undWiesen geschenkt; von Premontre hatte der heil.Norbert Brüder dahin gesandt. Im nämlichen Jahrhatte Graf Gottfried dort auch ein Kloster für Prä-monstratenscr-Nonnen gegründet; die beiden Klofter-gebäude waren mit einander verbunden, wie es
*) Urkunde bei Guben I, 331; vgl. Würdtwein, votlt.«Uxlom. äe nddntin Ilbenstnät, Mainz 1766.