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Achtes Kapitel.
Graf Heinrich in Fehde gegen König Konrad.
Seine Söhne und Töchter.
Im Jahr 1239, am Palmsonntag, sprach PabstGregor >X., der fast hundert Jahre alt war, beiausgelöschten Kerzen den Bann über Kaiser Frie-drich II-, schloß ihn aus von der Gemeinschaft derChristen, entband seine Unterthancn ihrer Pflichtengegen ihn, belegte jeden Ort, wohin er komme,mit dem Interdikt, entsetzte alle Priester, die vorihm Gottesdienst halten würden, ihres geistlichenAmtes. So sehr hatte sich Alles geändert, seit wirFriedrich II-, in seiner frühen Jugend, beim Krö-nungsfest in Aachen kennen gelernt! (S. 156.)
Der Kaiser war in Padua, bei Festen und Spielen,an dem Tag wo der Bann über ihn ausgesprochenwurde. *) Reichgeschmückte Frauen, auf den schön-sten Zeltern reitend, hatten ihn hier empfangen.Die ganze Stadt zeigte nur Freude und Hingebung.Feste auf Feste gaben sie ihm. Wie gefielen ihmdiese Paduaner! Er nannte sie die ritterlichsten
H Am selben Tage hörte man plötzlich Gegner des Kaiserssagen: „Der heutige Tag wird dem glückstrunknen Ty-rannen zum Jammertag werden; denn heut bannt ihnder heilige Pabst und übergibt ihn dem Teufel." Nie-mand wußte, woher das Gerücht gekommen, aber schnellwar es verbreitet, und „warf schreckhaft seine Todesschat-ten über das heitre Fest." Räumer, III. 635.