Fünftes Kapitel.
Graf Robert der Streitbare und GrafWalram beim Kreuzzng KaiserFriedrich s i.
Jene Wolke, die dort in Mainz heraufgezogen,war gewitterdrohend gewesen. Ein paar Jahre spä-ter ist der Kaiser mit dem Erzbischof von Köln zer-fallen und im Begriff, das Schwert zu ziehen, undgegen das Erzstift aufzubrechen. Aber plötzlich kommtdie Nachricht, Sultan Saladin habe Jerusalem er-obert: da gibt der Kaiser diese Fehde auf; da ist erganz erfüllt von dem Gedanken, nach Palästinazuzie-hen, das heilige Grab von den Ungläubigen zu befreien.
Wiederum finden wir — im Jahr 1188, amSonntag Lätare — den Kaiser und seine Helden inden schönen Fluren von Mainz, wo er am liebstendie Fürsten und Ritter um sich versammelt sah.Nicht zu Turnier und Ritterschlag sind sie diesmalvereinigt, aber zu einem noch schönern Feste.
Der Kaiser hatte die geistlichen und weltlichenFürsten und seine Ritter, von denen Viele so langean seiner Seite gefochten, nach Mainz zu einemgroßen Reichstag berufen, den er den „ReichstagChristi" nannte, weil über das Unternehmen einerKreuzfahrt hier ein Beschluß gefaßt werden sollte.Auf allen Straßen sah man sie dahin reiten. Mitden Bischöfen und Äbten versammelten sich die Her-zöge, die Markgrafen und Grafen, und eine unzähl-