Der getreue Wilhelm von Kronenberck
ihnen stürzte er sich in den dichtesten Haufen. Man focht in wildemKnäuel, Brust an Brust. Plötzlich erkannte Adolf seinen persönlichenFeind Albrecht, dem er einen Strauss auf Leben und Tod angekündigthatte. Wild drang er, nachdem er den Helm durch einen Sturz bereitsverloren hatte, auf Albrecht ein und empfing selber, zum Hiebe aus-holend, von diesem einen so heftigen Streich in das ungeschützteAntlitz, dass das Auge herausfiel und der Blutstrom ihm über dieBacken herabschoss. In diesem Augenblicke stürmten vier Grafen ausAlbrechts Gefolge auf den wehrlosen König ein, um ihn vollendsniederzumachen. Ihnen warfen sich sechs Ritter aus des Königs Gefolgeentgegen, das Leben ihres Herrn mit dem eignen zu schützen: GrafHeinrich von Isenburg, der Burggraf von Idstein Markolf von Larheim(bei Dietz), Ritter Wilhelm von Cronenberg, zwei Herren von Bicken-bach und einer von Hohenfels (bei Biedenkopf). In diesem blindenwüsten Kampfgewühle zerschmetterte der Wild- und Raugraf Georgvon Stolzenberg (bei Zweibrücken) das unbedeckte Haupt des Königs.Als Adolf am Boden lag lüftete ein feindlicher reisiger Knecht desWehrlosen Ringkragen und durchnitt ihm den Hals. Albrecht undGerhard fanden ihn unter einem Haufen von Leichen und totenPferden. Zunächst um den entseelten Herrn lagen die sechs Ge-treuen seiner Leibwache, die standhaft bei ihm ausgehalten undfür ihn den Heldentod erlitten hatten. Ein altes Lied singt davon:
Eyn iunc arme man dort daliget,
Des jugend brachte gute werc:
Wilhelm von Kronenberck.