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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Tafelmusik. Trauernde Eschborne am Saleph.

Rosen und Kirschen. Der Würzwein, Piment, wurde aus Honig,Muskatnuss, Ingwer und Nelken gemischt. Sie machten ihn gesunderund haltbarer. Die Gewürze wurden zu feinem Pulver zerrieben, mitdem Honig in ein reines leinenes Säckchen gethan, dann wurde diesesmit sehr gutem Weine Übergossen und wieder übergössen, bis dasGetränk ganz klar und lauter ablief: Cläret oder Lutertranc. Er ver-einigte alle guten Eigenschaften und stieg leicht zu Kopfe,da sieden Lust zum essen erwecken, den Magen Sterken und nütz sindzuo den undaeu (Verdauung) und zuo dem Wüllen (Erbrechen).Mit Safran versetzter Wein macht die Leutevil lachend und baldbetrunken."

Imganzen aber zog man damals die seltneren und teureren aus-ländischen süssen Weine aus Ungarn, Italien und Cypern vor.

Bei Tafel unterhielten fahrende Spielleute, Jongleurs und Minne-singer die Ritter und Frauen. Unter vielen ist uns ein uraltes fränkischesLiebeslied erhalten, das besonders wohl gelitten war:

Sechs Künste üb ich meisterhaft;

Seht zu, wer's kühner und besser schafft.

Ich tummle das Ross im Schlachtgewühl,

Der Eislauf ist mein liebstes Spiel,

Durch's Meer schwimm ich bei Sturmesschwall,

Mein Lanzenstosz ist Donnerhall,

Mein Wurfspiess fliegt wie Wolken weit

Und doch verschmäht mich eine Maid."

Zwischen allen diesen Lustbarkeiten und Freuden sehen wirtraurende Eschborne neben des alten Helden Rotbarts Leiche am Uferdes Saleph wachen und sie nach Tyrus zur letzten Ruhestätte geleiten.Jedenfalls standen sie allewege als getreue und werte Dienstmannen zuden kaiserlichen Hohenstaufen. Das bezeugt die dauernde angeseheneStellung Walters II (5) und Hartmuts I (4) von Asceburnen anFriedrichs II Hofe zu Speyer. Es war damals wiederum ein Zeitalterder siegreichen aber unkirchlich gewordenen Kultur aufgegangen. Auchdamals wurde der Untergang der sogenanntenguten alten" Zeit be-klagt. So singt Hugo von Trimberg:

Man sprichet gern, swen man lobt heute: Er sei der alten frän-kischen Leute. Die waren einveltigk, getreu, gewere."