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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Tischregeln. Getränke. Bowle.

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Wenn ihr mit einem andern gemeinsam esst, so schiebt ihm die bestenBissen zu; sucht euch nicht die besten und grössten Stücke aus, dasist nicht anständig. Und man sagt, dass bei Gierigkeit man keinenguten Bissen essen kann; denn er ist entweder zu gross oder zu heiss.An den grossen kann man ersticken und an den heissen sich ver-brennen Es ist unschicklich, mit den anderen zugleich in die

Schüssel zu langen. Man soll nicht mit beiden Backen kauen, nichtschnaufen noch schmatzen; nicht während dem Essen sich die Nasesäubern, weder mit der blossen Eland noch mit dem Tischtuche; nichtdes Nachbars Löffel brauchen ; nicht aus der Schüssel schlürfen odersie mit den Fingern auswischen; nicht mit blosser Hand ins Salzfassgreifen, das genommene Salz soll man auf ein Tellerchen von Brodlegen. Man soll nicht mit dem Messer in den Zähnen stochern; vordem Trinken soll man sich den Mund wischen, damit nicht Fettperlenin den Wein kommen ; nicht im Laufe des Mahles den Gürtel erweitern ;endlich: nicht die abgenagten Knochen wieder in die Schüsseln werfen.

Die Hausfrau soll sich merklich um die Wirtschaft kümmern ; inihrer Geschäftigkeit soll sie zu spät zu Tisch kommen, sich zuletztniedersetzen. Wenn solche Anstandsregeln den tapferen Reichs-ministerialen diensam waren falls sie zur kaiserlichen Tafel befohlenwurden, so mag es wohl beim häuslichen Mahle auf dem Fronhofe zuEschborn ziemlich unbefangen bäurisch zugegangen sein.

Unter den Getränken galt das Wasser als entwürdigend. Das Bierwar wohl unserm Dünnbiere (Kofent) so ziemlich gleich. Das Godale(good ale) war stärker.

Wines ein becher volder git (giebt),daz si in geseit (sei ihnen gesagt),

Mere rede und manheitDann vierzec und viereMit wazzer oder mit biere.

Rein" wie ihn heute wiederum unsere puristischen Gesetzeverlangen war er auch damals kaum trinkbar, denn sogar bis nachPreussen hinab gab es Weinberge: vinum Torunense (Thorn)!!

Man setzte daher Honig und Gewürze zu, wohlriechende Kräuter,aromatische Früchte; also: die Bowle. Die gewöhnlichste, aus Maul-beeren, hiess: Möraz. Man bereitete Aufgüsse auf Salbei, Safran, Ysop,