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Hoftafel. Händewaschen.
Auch das Festmahl selbst, zu dem sich damals die Brüder Eschborn-Kronberg mit ihren Ehefrauen niederliessen, finden wir beschrieben:„Nachdem die Tafel gedeckt, auch das Essen in der Küche bereit war,tritt der Truchsess, der die letzten Vorbereitungen überwacht hat, inden Saal. Den Mantel hat er abgelegt um sich freier bewegen zukönnen: in der Hand trägt er den Stab, das Abzeichen seiner Würde.Er naht dem Herrn, kniet vor ihm nieder, meldet: „dass das Mahlwartet und das Waschwasser gereicht werden kann." Der Herr lässtRuhe gebieten, „dede (Hess) die coninc an enen venster slaen mit er
roede een der cnapen, om eengestille daer doen maken," undbefiehlt dem Truchsess: das Signalzum Händewaschen zu geben. Miteiner Fanfare werden die Gästeaufgefordert, jeder an seinen Platzzu gehen und dort zu warten bisdie Reihe des Händewaschens ansie kommt. Da man ohne Gabelnspeiste und mit den Fingern zu-langte, so war deren wiederhol-te Abspülung immerhin angezeigt.Dieses Wasser zu reichen war Amtdes Kämmerers. Seine Edelknabenboten die Waschschüssel knienddar und gössen aus einem Giessgefässe Wasser über die Hände. EinHandtuch zum Abtrocknen hatten sie um die Schultern hangen. Infeinen Kreisen nahm man gewärmtes Rosenwasser. Die langen Aermelwurden dabei den Fürsten von den Hofleuten, den Damen von ihrenVerehrern zurückgehalten.
Bei Tische herrschten strenge Anstandsregeln. Die nachfolgendenwaren wohl weniger für die kaiserliche Tafel und die feinen Hofleuteberechnet, als für die biderben Gäste aus den Landedelleuten: DerWirt soll nicht Gerichte bringen, die die Gäste nicht essen. DieGäste sollen nicht vor dem ersten Gerichte das Brod aufessen, „quarTen dirait tot que tu seroies fameillox"; sie sollen nicht mit beidenHänden stopfen, nicht trinken oder sprechen mit vollem Munde. —