Kaiserfest Friedrichs II bei Mainz, 1235.
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mochte; das erregte allgemeine Verwunderung, denn man glaubte, dasses kaum auf der ganzen Welt so viele Hühner gäbe. Das Amt desTruchsessen, des Schenken, des Kämmerers und des Marschalks ver-sahen nur Könige, Herzoge und Markgrafen. Aber bei der Stadt,zwischen dem Rhein und dem Main, war eine grosse Ebene (Gustavs-burg). Daselbst Hess der Kaiser, nahe seiner alten Pfalz Kufstein(Kostheim), wegen der Beengtheit der Stadt und der frischen Luft halber,eine Kirche und einen Palas sehr zweckmässig aus Holz bauen, undandere verschiedene und unzählige Wohnhäuser, damit dort die Lust-barkeiten und Festlichkeiten in entsprechender Weise gefeiert wurden.Als aber einige Tage hindurch mit grösstem Ergötzen dieser Hoftag ge-feiert worden war, kam eines Tages ein heftiger Wirbelwind und warfplötzlich jenen Holzbau um, und fünfzehn Menschen wurden darin er-schlagen ; sei es dass die Sorglosigkeit der Arbeiter den Einsturz ver-schuldet hat oder dass es, was Einige vermutheten, ein grösseres Unglückvoraus verkündete, denn nicht lange darauf starb die Kaiserin."
Auch die dritte Geschlechtsreihe der Eschborn-Kronberge : Franko II,Hartmut II, Otto I, Petrus I, erlebten ein solches Kaiserfest. Mainzwar damals immer noch der Mittelpunkt des Reiches. Hier fand, „aufeinem ländlichen Platze" im Jahre 1235 auch das zweite hohenstaufischeFestmahl statt, mit dem Kaiser Friedrich II die Fürsten und ihr ganzesGefolge bewirtete. Der Platz wird genau beschrieben: als „eine Inselnahe bei Mainz, auf dem rechten Rheinufer, auf zwei Seiten von Rheinund Main umflossen." Es ist die Ebene gemeint zwischen der jetzigenMainmündung und Kastel, heute fast ganz unter Festungswerken be-graben. Diese Insel bildete ein Dreieck, dessen abgerundete Spitze, die„Rheinspitze" gegen Südwesten gerichtet war, da wo der Main einfällt.Sie enthält etwa 45 ha., ist jetzt nördlich ungefähr von der „Mainlache"begrenzt und heisst: die Marau (Sumpfau). Gleich oberhalb der Main-mündung liegt das Dorf Kostheim. Dort in der Königspfalz „Copfistain"stellte Karl der Grosse, 790, zwei Urkunden aus. Der Name soll be-deuten : die steinerne sala am Kopfe der Marau, an der Rheinspitze.Jedenfalls lag Cufstein und liegt Kostheim am Main, und ein BauKarls des Grossen lag am Main und Rhein, aufwärts der Karlsbrückebei Mainz. Heinrich IV hat dort noch ums Jahr 1100 eine Urkundeausgestellt. Seitdem schweigt die Geschichte vom palatium auf der Marau.