Alt-Eschborner Tracht, 12. Jahrhundert.
59
Das persönliche Bild des friedlichen Ritters von Eschborn im12. Jahrhundert zeigt ein langes faltiges buntes, an den Knieen ge-bundenes und mit den Schuhriemen verschnürtes Beinkleid; einkurzes Gewand: die Tunica; darüber ein weiter mantelartiger Um-wurf. Ein niedriger spitz zulaufender weicher Hut deckte das buschigeHaar, das mit dem freiwallenden Barte zusammenfloss. Im Feldesehen wir die Brünne aus Kettengeflecht, den oben flach zulaufendenKübelhelm, Schwert Dolch und Schild, an den Füssen die Rittersporen.Die Frauen tragen weiteGewänder mit Spangenund Besatz, oft meh-rere sich verkürzendeRöcke über einander.
Den Kopf hüllen weitewallende Schleier ein.
Hierin bringt als-dann das 13. Jahrhun-dert eine merkwürdigeWandlung. Es ist dieZeit der Hohenstaufen,des Rittertums und Min-negesanges; des häufigüberschrobenen nichtgesunden Frauendien-stes. Zwar finden die
männlichen und ritterlichen Tugenden ihre höchste Entwickelung.Das Rittertum verkörperte damals die idealen Begriffe von Freiheitund Mannesehre, als das Bürgertum dazu noch nicht imstande war.Dabei aber gestaltet sich die männliche Kleidung immer weiblicher.Der Rock wird lang, nicht immer gegürtet; das Haar wallt geord-net auf die Schultern herab; den Kopf ziert ein Kranz, ein Band,ein Stirnreif (Schapel); der Bart verschwindet. Der dicht mit Pfauen-augen bedeckte Hut ist beliebt. Wird ein Gürtel getragen so hangtdaran die Almosentasche. Die Schuhe sind mässig spitz. Der FrauenTunica fliesst lang herab; sie ist an der Hüfte geschürzt. Das Ueber-kleid hat Aermel; es ist meist mit Pelz gefüttert. Das Haar, in