Einschildritter. Fränkisch Rot. Beizeichen: Krone. Ritterschlag. 49
Berechtigung zur Ritterwürde, die Rittermöglichkeit, ward ursprünglichnur durch die ritterbürtige (militaris) Abkunft begründet. Aber schonunter Kaiser Friedrich II (1215—50), wurden verdiente Kriegsmannendavon dispensirt. Deshalb galt für die Erwerbung der Ritterwürdeder Satz:
„Niemand ist edel, denne den der Muth„Edel macht, und nicht das Gut.
Diese Ritter, für die der sechste Heerschild neu geschaffen war,führten häufig den Namen: Einschildritter, weil ursprünglich ihrer vielemit dem gleichen Schildzeichen auftraten, abgeleitet vom gemeinsamenHerrn oder Wohnplatze. Vor allem war „Rot" die Farbe der Franken. ImRheingau stand eine bescheidene längst verschwundene Burg: Martins-thal. Sie lag an der Stelle wo jetzt der stattliche Ort Neudorf sichunter dem weinberühmten Berge von Rauenthal hinzieht. Dort sassenvier verschiedene Ganerbengeschlechter: die von Glimme, von Glimmen-dal, Rost von Glimmendal, Heppe von Glimmenthai. Diese alle führtendas, sehr vielen rheingauer Geschlechtern gemeinsame, urfränkischeAdelsbild: das rote Schildchen im silbernen Felde; das Urgeschlecht,die Glimmen: leer, die Rosten mit einer goldenen Krone im oberenrechten Eck, als „Beizeichen."
Dasselbe rote Schildchen finden wir wie auf den Fehüberzug desSchildes geheftet und später mit ihm quadrirt, im ersten und viertenFelde des Kronberger Wappens: ebenso im ersten die Krone, als Bei-zeichen des jüngeren Stammes.
Der Knappe oder Edelknecht wurde Ritter durch die Feierlichkeitder Schwertleite, den Ritterschlag. Der alte Spruch dabei lautete, wiePeter Suchenwirt in den „Ehrenliedern" den Ritterschlag Herzog Albrechtsvon Oesterreich (-f* 1358) beschreibt:
Der Graf von Tzil, Herman genant,
Daz swert auz seiner schaide tzochUnd swenckt ez in die lüften hoch,
Und sprach tzu hertzog Albrecht:
„Pezzer ritter wanne chnecht"
Und schlug den erenreichen schlag. —
Diese Feierlichkeiten fanden hauptsächlich in Rom bei der Kaiser-krönung statt oder nach glücklichen Feldzügen. Noch 1452 schlug