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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Inneres des Bergfrieds entziffert.

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Dort war auch der Eingang vom Wohngebäude her. Darüber befandsich ein gewölbter Raum, durch den die Rauchabführung ging. Umdie oberste Plattform lief der Wehrgang mit Schartenfenstern. DenAbschluss bildete der Dachhelm zum Schutze gegen das Regenwasser.

In der quadratischen Grundfläche des Turm-Innern fand sich unter der hohen Schicht herabge-stürzten Brandschuttes eine mächtige Anhäufung vonverkohltem Korn; darunter steckten: ein wohlerhaltenerSteinkrug, zwei schön geschmiedete grosse eiserneAexte, eine zweischneidige Doppelhacke und ein vier-beiniger Feuerrost; daneben viele Thonscherben, eineSchweinskinnlade und andere Knochenstücke. Die Fuss-bodenschicht unter dem Roste war rotgebrannt. Die starke Feuerung,die hier stattgefunden hat, setzt wegen des notwendigen Luftzuges einen,später gebrochenen, direkten Zugang vom Burghofe her voraus, dennder Fussboden dieses Raumes lag 2 Meter unter der Höhe des Burg-hofes. Die Topfwaare lässt ungefähr auf die Mitte des XVII. Jahr-hunderts schliessen, was dem geschichtlichen Zerstörungstage, 16. Juni1622, nicht widerspricht. Das Turmgemäuer selbst stand noch langeJahre nach diesem Tage; allgemach stürzte es ein und wurde, als ge-legener Steinbruch, abgetragen; selbst die Fundamente sind ausgebrochen.

Die gefundenen Bruchstücke erweisen: dassdas Gebäude aus Vilbeler Sandstein, Basalt,Taunusquarzit und römischen Ziegeln zu-sammengefügt gewesen war.

Im allzeit trocken gewesenen Burggra-ben fanden sich ein eiserner Sporn, eineMesserklinge, Bruchstücke einer kleinenSchale aus terra sigillata.

Das oben erwähnte spätromanische Ar-chitekturstückchen vom Kamine setzt denBau des Bergfrieds in die Zeit zwischen 1000 und 1100. Er ist ent-schieden nicht aus einer älteren Holzburg umgewandelt, sondern ineinem Stücke als Steinbau aufgeführt und zwar hier im Flachlandenoch zu einer Zeit, wo sich der Burgenbau bereits den isolirten natür-lichen Höhen zugewendet hatte.