Druckschrift 
Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

Zersplitterter Besitz. Fronhufe. Ridehufe. Zinshufe. Lassenhufe. 15

selbe Freie gleichzeitig vor verschiedenen Dorfschaften angesessen. DieUrsachen davon lagen zunächst wohl im ripuarisch-fränkischen Erbrechte,das allen Kindern, auch den Töchtern, gleichen Anteil am elterlichenallodialen Grundbesitze, sogar auch ein Erbrecht am Beneficium gewährte.Daneben aber wirkte die Art der Erweiterung der urbaren Fläche. Jedeeinzelne neueGewanne," die man in gemeinsamer Anrodung aus derAllmende" erwarb, wurde aufgeteilt. Diese Beteiligung jeder altenHube an jeder Zurodung, und die dadurch überall herrschende Zer-stückelung, stand der Nutzung des Gutes durch den grösseren Eigen-tümer, als geschlossene wirtschaftliche Einheit, entgegen; sie drängtezu Zeit- und Erbleihe an denBauer" im Orte.

Waren nun in derselben Mark mehrere Mansen nach und nachneben einander entstanden, so blieb dennoch der ursprünglichen Wohn-stätte das höchste Ansehen. Sie war ausgezeichnet durch Unabhängig-keit und Gerechtsame, durch Leistungen die sie von den jüngerenempfing. Sie hiess: der Dominical-Mansus, die Sal- oder Seelhube(grosse Hube), die Fron-, das ist: Herrenhube. In der Regel gehörtezu diesem herrschaftlichen einbehaltenen Wohnsitze das fruchtbarsteAckerland; man nannte dieses daher wiederum: salisches Land. DieBesitzer des Fronhofes waren ihrerseits frei von allen Leistungen undLasten, ausgenommen den Hof- und Kriegsdienst. Sie waren Mark-richter, später: Hubenrichter über alle Mansen. Daher heisst der Herren-hof auch: Dinghof, dennDing" ist: Gericht. Sie vorzugsweise wurden,als zum Vornamen die Bezeichnung der Familie trat, mit dem Namendes Ortes bezeichnet: de Asceburne, dieaus" odervon" Eschborn.Andere freie Hufen wurden an jüngere Stämme der Fronhofsippe ab-gegeben; an sonstige kleine Gemeinfreie und Freigelassene; auch alsDienstbesoldung und in Afterlehn. Leistete ihr Besitzer Kriegsdienstzu Pferde, so waren es: Ridehufen, wenn nicht: Zinshufen. Die dritte,geringste Art: die Lassenhufen, wurde an Hörige ausgethan. Diesefrondeten und zinsten in mancherlei Art; sie hiessen: Scararii (Scharrer,Arbeiter), ihr Besitz: Scharrhufen. In Eschborn finden wir keine Ride-hufen ausser im Besitze der Fronhofsippe. Diese waren also dort dieeinzigen Reiter und Ritter.

Im Felde vor Eschborn wurden Körnerfrüchte angebaut: Hafer fürMenschen und Pferde; für das Brod der Wohlhabenden Roggen; da-