8 Senioren. Die Gemeinfreien von Eschborn. Königs-Ministerialen. 1150.
manische, damals hier längst untergegangene Geburtsadel; sie hatten nureine persönliche Stellung zum Könige als Häupter eines Gesammtbe-sitzes. Die „Seniores" vertraten in ihrem Bezirke die Regierung desKönigs. Ihr Gut war regelmässig freies Eigentum, (Allodium = Alleigen).Zu diesen Geschlechtern zählten vor allen : die Konradiner zu Weilburg;dann die Lurenburg (Nassau), die Münzenberg, Isenburg, Merenberg,Runkel, Solms, Westerburg, Eppenstein. Wir werden die Eschborn-Kronberge, die ihnen nicht zugehörten, mit ihnen in steter Verbindungfinden: durch Heirat, Bündniss und Fehde.
Zur Seite dieser Edlen und unmittelbar unter ihnen erscheinenschon in ältester Zeit: die Gemeinfreien auf eigener Scholle. Nachund nach traten viele verarmte Ingenui in ein Schutzverhältnis zu einemmächtigen Herrn. Man nannte das: Schutzmutung. Sie gehörten als-dann zu dessen Gefolgsmannen (Kriegsgesinde von „senden.") JederGemeinfreie hatte bei der Besiedelung ein Loos (All—od) als volleserbliches Eigentum zugeteilt bekommen zur Unterverteilung an Hinter-sassen. Daneben erhielten die, zu besonderem Kriegs- und Hof-dienste, oder auch zur königlichen Leibwache herangezogenen Dienst-leute (Ministeriales), Grundstücke in lebenslängliche Nutzniessung, alsGehalt: beneficia oder feuda (fe od treu -gut, nach anderen: Vieh gut).Es waren nämlich ursprünglich Verleihungen von Pferden; dann wurdensie aus Königsland, aus der Almende oder dem Markenwalde aus-gewiesen. Grossartige Verwendung fanden hierfür die „Saecularisa-tionen." Pipin und Karlmann zogen die Hälfte des überreich ange-schwollenen Kirchengutes ein und gaben es als Beneficien wiederaus. Die also Verpflichteten hiessen: Mannen, Getreue. Durch dasGrundeigentum wurden sie: Vassi = fest; daher: Vasallen auf demSattellehn oder der Reiterhufe.
Der „Ministeriale," hoch oder niedrig, diente. Er war ein „Degen,"von: thegnian ~ dienen. Er stand deshalb unter Hofrecht. Denn „Minis-terium" war jegliches Amt, das einen Mann, auch einen Freigeborenen,in eine persönlich unfreie Verbindung zu einem anderen Freien führte.Die Ministerialen des Königs waren die Unfreien höchsten Ranges. Siestanden zwischen den Edlen und den Ministerialen der Fürsten. Indieser Stellung finden wir, etwa um 1150, „die aus (de) Eschborn" amHofe der Hohenstaufen.