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Ureinwohner. Römer am Main: 9 v. Chr. bis 350 n. Chr.
Die 22. und 30. Legion haben ihre Ziegel beim „Ostium" derNidda in den Main: Höchst, zurückgelassen. Von der Hauptstadt desBezirkes „Civitas MattiacorumKastel am Rhein falls nicht Wiesbaden,das alte Aquae Mattiacorum, diese Ehre zu beanspruchen hat — vondiesem Brückenkopfe gegenüber Mogontiacum (Mainz) führte eine statt-liche, fast schnurgrade römische Heerstrasse, 11 Meter breit, mit Gräbenund Banketten ausgestattet, durch ein grösseres Kastell und Lager beiHofheim. Dann lief sie zwischen Sossenheim und Eschborn östlichweiter, über Heddernheim-Praunheim dem im Norden sich hinziehendenLimes zu. Jetzt heisst der, noch erhaltene oder doch erkennbare Wege-zug im Volksmunde: die Elisabethenstrasse, da auf ihr die Pilger vonMainz zum Grabe der hl. Elisabeth in Marburg wallfahrteten. Eineandere, dieses grossartige Bauwerk süd-nördlich durchschneidendeRömerstrasse ist festgestellt: von Frankfurt über Rödelheim, Eschborn,Schönberg bis östlich von Kronberg. Ihre Fortsetzung nördlich desSchlosses Friedrichshof schliesst sich, nach aller Wahrscheinlichkeit, andie uralte „Steinstrasse" die den Altkönig westlich umzieht und zumFeldbergkastell läuft. Demnach liegt der Ursprungsort der Eschborn-Kronberge im Mittelpunkte der römischen Besiedelungen. Diese knüpftensich an die römischen Besatzungen. Es waren Soldgüter und Schenk-ungen auf erobertem Boden: an Feldherren, Decurionen (Hauptleute),Veteranen, Spekulanten, Priesterkollegien. Die Erwerber „in beneficium"hatten keinen Kaufpreis zu zahlen, nur die jährliche Naturalabgabe einesZehntels vom Ertrage. Für die Gutseigentümer bauten Kolonen dasFeld; diese Hintersassen gehörten zu den unterworfenen germanischenUreinwohnern. Hier in den Maingegenden sind sie „Märker" (Grenz-bewohner) genannt worden. Als die von Drusus, um 9 v. Chr. ver-drängten Mark-Mannen, unter ihrem Führer: dem Markboten Marbod,gen Südosten an die Donau zogen, behielten die Sieger das fruchtbareLand an beiden Mainufern für sich, vom Taunus bis zum Odenwald.Wohl blieben zahlreiche alte Einwohner in dieser offenen Ebene, wieim geschützteren heimischen Bergwalde des „Dun" zurück und lebtenmit den Eroberern weiter. Denn die Geschichte eines Landes schreitetin stetigem Zusammenhange vorwärts. Kriege und Völkerwanderungenscheinen alles zu zerstören und auszurotten: immer aber bleibt einGrundstock zurück, auf dem dann die Nachfolger weiter bauen. Zahl-