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Die von Kronberg und ihr Herrensitz : des Geschlechtes Ursprung, Blüte, Ausgang ; der Burg Gründung, Ausbau, Niedergang, Zerfall, Wiederherstellung ; eine kulturgeschichtliche Erzählung aus elf Jahrhunderten 770 bis 1898
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Ureinwohner. Römer am Main: 9 v. Chr. bis 350 n. Chr.

Die 22. und 30. Legion haben ihre Ziegel beimOstium" derNidda in den Main: Höchst, zurückgelassen. Von der Hauptstadt desBezirkesCivitas MattiacorumKastel am Rhein falls nicht Wiesbaden,das alte Aquae Mattiacorum, diese Ehre zu beanspruchen hat vondiesem Brückenkopfe gegenüber Mogontiacum (Mainz) führte eine statt-liche, fast schnurgrade römische Heerstrasse, 11 Meter breit, mit Gräbenund Banketten ausgestattet, durch ein grösseres Kastell und Lager beiHofheim. Dann lief sie zwischen Sossenheim und Eschborn östlichweiter, über Heddernheim-Praunheim dem im Norden sich hinziehendenLimes zu. Jetzt heisst der, noch erhaltene oder doch erkennbare Wege-zug im Volksmunde: die Elisabethenstrasse, da auf ihr die Pilger vonMainz zum Grabe der hl. Elisabeth in Marburg wallfahrteten. Eineandere, dieses grossartige Bauwerk süd-nördlich durchschneidendeRömerstrasse ist festgestellt: von Frankfurt über Rödelheim, Eschborn,Schönberg bis östlich von Kronberg. Ihre Fortsetzung nördlich desSchlosses Friedrichshof schliesst sich, nach aller Wahrscheinlichkeit, andie uralteSteinstrasse" die den Altkönig westlich umzieht und zumFeldbergkastell läuft. Demnach liegt der Ursprungsort der Eschborn-Kronberge im Mittelpunkte der römischen Besiedelungen. Diese knüpftensich an die römischen Besatzungen. Es waren Soldgüter und Schenk-ungen auf erobertem Boden: an Feldherren, Decurionen (Hauptleute),Veteranen, Spekulanten, Priesterkollegien. Die Erwerberin beneficium"hatten keinen Kaufpreis zu zahlen, nur die jährliche Naturalabgabe einesZehntels vom Ertrage. Für die Gutseigentümer bauten Kolonen dasFeld; diese Hintersassen gehörten zu den unterworfenen germanischenUreinwohnern. Hier in den Maingegenden sind sieMärker" (Grenz-bewohner) genannt worden. Als die von Drusus, um 9 v. Chr. ver-drängten Mark-Mannen, unter ihrem Führer: dem Markboten Marbod,gen Südosten an die Donau zogen, behielten die Sieger das fruchtbareLand an beiden Mainufern für sich, vom Taunus bis zum Odenwald.Wohl blieben zahlreiche alte Einwohner in dieser offenen Ebene, wieim geschützteren heimischen Bergwalde desDun" zurück und lebtenmit den Eroberern weiter. Denn die Geschichte eines Landes schreitetin stetigem Zusammenhange vorwärts. Kriege und Völkerwanderungenscheinen alles zu zerstören und auszurotten: immer aber bleibt einGrundstock zurück, auf dem dann die Nachfolger weiter bauen. Zahl-