VIII
Widmung und Vorwort.
Kronberge eingetragen, deren Dasein urkundlich bescheinigt ist. Sindnun aber meine Geschlechtsregister vollständig und genau?.— Ich be-zweifle das ernstlich. Ohne Frage enthalten sie Lücken in Beziehungauf Nebenpersonen; jedenfalls aber sind sie andrerseits frei von offen-baren geschichtlichen Unmöglichkeiten, wie etwa folgende, erheiterndkindliche Mitteilung Adlerfelds und Humbrachts aus dem 18. Jahrhundert:
„Die erste Zierde hat diesem hohen Stamme zugebracht Rudolph„von Cronberg, geheimer Rath und Cantzler des Königsreichs Frank-reich, so Anno 866 floriret und dessen Schwester Judith, welche Kayser„Ludwig der Fromme zu seiner zweyten Gemahlin erkieset und mit„ihr Carolum Calvum erzeuget, dessen Hofmarschall dann sein Ohm„Rudolph gewesen."
Aber auch aus den verbürgten archivalischen Nachrichten lässtsich, durch chronologische Aufreihung, kein klares geschlossenes Ge-sammtbild wiederherstellen, hier ist es verblasst dort verdunkelt; sobleibt unser Wissen aus der ältesten Zeit: Stückwerk.
Die wiederholte Aufführung der Geschlechtsreihen im Texte er-schien für die stetige Uebersicht unerlässlich. Sie ist jedoch denjenigenLesern vorbehalten, die auch eine trockne Buchseite nicht überschlagen.
Bei dieser Dürre des ältesten Stoffes mussten die besonderen Er-lebnisse der Kronberge mit dem sie berührenden allgemeinen Gangeihrer Zeitgeschichte verschmolzen und in deren Rahmen gefasst werdenum ein lebendiges Bild mit berechtigtem Anscheine von Wirklichkeitzu schaffen. Indessen haben sich unter den Kronbergen mehrere be-deutende Männer soweit über ihre Geschlechts- und Zeitgenossen hervor-gehoben, dass sie eine biographische Einzeldarstellung verdienen undlohnen. Aber auch für diese, mit besonderer Sorge herausgearbeitetenLebensbilder maasse ich mir nicht an zu meinen: weil aus den Quellenüber sie so vielerlei herbeigeschafft ist, so wissen wir nun auch allesund jedes Erhebliche. Auf die nicht ausgefüllten Lücken habe ich thun-lichst hingewiesen.
Die Schreibung des Namens: Kronberg hat, durch die Jahrhundertehin, selbst gleichzeitig, sogar aus derselben Feder, unausgesetzt ge-schwankt: Croninberc, Croninbergc, Kronenberc (1234), Kroninberg(1287), Kronenberg (1297 und vielfach im 16. Jahrhundert), Kronenburgund Kronenburgk (1608), Cronemberg, Cronbergk, Cronenberg, Cronen-