Widmung und Vorwort.
VII
streuten Steinchen jetzt aus dem Schutte von überall her wieder auf-gelesen sind.
Zur Belebung und Einrahmung dieser Bildruine musste die zweiteQuelle helfen, aus der ich geschöpft habe: die zahlreichen, mir irgend-wie zugänglichen Bibliotheken und Büchereien des In- und Auslandes.Auch dort fand ich allerwärts die wohlwollendste Förderung. Es istmir deshalb ein herzliches Bedürfnis: die Schuld wärmster Dankbarkeitallen Vorständen und Eigentümern aller jener Institute und Sammlungenhier abzutragen. Ihre Namen, sowie die Werke die ich durchmustertund ausgezogen habe, sind am Schlüsse dieses Buches, zu etwaigerNachprüfung verzeichnet. So konnte ich es umgehen: den Fuss derSeiten in der Erzählung selbst mit massenhaften Anführungen vonQuellen zu verunstalten, die den Leser nicht unterrichten, meistens nurbeunruhigen und enttäuschen. Alle wörtlichen Auszüge aus Druck-werken sind gewissenhaft „gekennzeichnet" worden.
Kontroversen der Gelehrten über einschlagende allgemeine ge-schichtliche Fragen habe ich nicht berührt; die jeweilige sicherste Quelleund mir einleuchtendste Meinung ist vertrauensvoll aufgenommen. Dennmeine Arbeit soll nur ein Stück deutscher Vergangenheit wieder be-leben, nur ein kulturgeschichtliches Lesebuch bieten; nicht lehrhaftseinem Zwecke nach, dennoch aber wird es, so hoffe ich, auf seinembegrenzten Gebiete den ungelehrten Leser fördern; zunächst durch dasWort, nicht minder durch den kunstreichen Bilderschmuck aus derHand meines bewährten Mitarbeiters des Herrn Conrad Sutter in Mainz.Den Stoff dafür hat er grösstenteils neu geschaffen; von alten bereitsfrüher irgendwo gebrachten Darstellungen ist nur ausgewählt, was alsdem weiteren Leserkreise neu betrachtet werden durfte. Als Grundlagemeiner Erzählung dienen die urkundlich festgelegten Geschlechtsregister.Sie bilden die über den Strom der Zeit geschlagene Brücke, die unsmöglichst sicher zu den Menschen „die da waren" hinüberführt.
Die ältesten Register insbesondere mussten wesentlich nach denPergamenten und Grabsteinen aufgestellt werden. Hiebei war so ziem-lich wiederum selbständig von vorn anzufangen, denn die genealogischenTabellen der mainzer und frankfurter Gelehrten im 17. und 18. Jahr-hundert sind unzulänglich; durchgehends unbelegt, sind sie häufigrein willkürlich und phantastisch hingeworfen. Ich habe nur diejenigen