so lange bis er mit ihrem Rathe „weder doyt dat unrecht/'Würden aber Mann und Städte gegen die Fürsten sein,oder ihnen Unrecht thun, so sollten die übrigen Mannen nndStädte bei den Fürsten bleiben „wcntc sc vns dat wedder dnn,vnde al recht dnn/' Würde einer der Fürsten, oder sie beideMannen nnd Städten Unrecht thun, „so scholcn vnsc manvnd vnse stede thusamene bliuen tieghcn vns also lange wentewye sc bi rechte laten vnde dat unrecht weder dun/' —
Wenige Monate nach Besiegclnng dieses Briefes starbder jüngere Bruder Zambur. Witzlafs 111 Regierungwar mwuhiger und bewegter, als die eines seiner Vorfahren.Ohne Streit mit den Nachbarcn oder den Unterfassen gingfast kein Jahr vorüber. — Unter diesen Händeln ist der„Krieg mit Stralsund" im I. 1316 am berühmtesten ge-worden. Die näheren Umstände, die diesen Zwist veranlast,so wie der Gang der Ereignisse vor dem Ausbruch desselbensind noch immer nicht ganz aufgehellt. 1314 „vrydages naallcrmanne vastc" hatte der Fürst der Stadt gegen Erlegungeiner bedeutenden Summe Geldes und Rückgabe des erkauf-ten Zolls die Rechte und Freiheiten, die die Stadt Rostockbesaß, verliehen, das Eigenthum derselben bestätigt, die Ap-pellation nach Lübeck gestattet. Der letzte Artikel der merk-würdigen Urkunde lautet: „Och scolcn vse man bi sodancmerechte bliuen, als it van olders hevet ghcwesen." Aber nichtlange dauerte dies gute Verhältniß: bereits am 29. August1314 verbanden sich Rathmänncr, Altermänncr und gcsammtcBürger der Stadt mit den Rittern Johann nnd seinemSohn Bertram, dem Werner und seinem Sohn Jo-hann, Johann und Gerhard, den Söhnen des HerrnBartholvmäus, sämmtlich von Gristow, Nicolausvon Pudbus nnd seinen Söhnen Stoislaf und Vo-ran tc, den Stammverwandten und anerkannten Agnatendes Fürsteil Witz las, zur Ansrechthaltung der vom Fürstender Stadt gegebenen Privilegien; schwerlich ohne eine bereitsdrohende Anfechtung von Seiten desselben. Zugleich ver-pflichteten sie sich, nach dem Tode ihres Fürsten nur einträch-tig einen neuen Herrn zu wählen. Auch scheint der Punktin der Sühne Markgraf Woldcmars von Brandenburgmit Fürst Witz las von Rügen (den 9. Decbr. 1314, Rau-mer lioäex <!ii,I. 1. 29.), in welchem er sagt, daß er dieVertheidigung Stralsnnds vom nächsteil Michaelis an auf3 Jahre übernommen, für die folgende Zeit aber derselbenentsagt, er werde denn inzwischen wieder Witzlafs Feind,
auf Spannung und Zwist zwischen Stadt und Fürsten hin-deuten. Das folgende Jahr ging unter Rüstungen zumKampf und Abschließen von Bündnissen hin. Es sollenhier nicht alle Theilnchmcr des großen Bundes gegen denmächtigen Markgrafen und die mit ihm vereinigte Stadtaufgezählt werden, sie sind ans der Geschichte bekannt, nurder heimischen Bundesgenossen Stralsnnds ist noch ausführ-licher zu gedenken. Auf Mitfastcn (2. März) 1315 verban-den sich „Hinric nndc Borchard, riddcre, dc van derOste heyten zin" mit der Stadt, sich nicht zu „liken" nndzu „znnen" mit dem „Herren, Hern Wizslaue, deinevorstenvan Ruyen" bis Stralsund mit ihm vertragen. Würde derwerthe Fürst Markgraf Woldemar versterben oder derStadt abgehen, so sollen sie dennoch mit ihren Freundennnd all' ihrer Macht „lik en zilucn by en bliuen" bis zurSühne. Noch wichtiger war aber der in den 12 Tagen(25. Decbr. bis 5. Jan.) 1316 abgeschlossene Bund der Stadtmit 12 Rittern und 125 Wappnern von der Insel Rügen, an de-ren Spitze Prydbor von der Vilmcnitz undStoyzlafvon Pndbutzk standen „vnde alle inwoncrn des meynenLandes to Ruyen." Sie verpflichteten sich bei der Stadt„ewelikcn to bliuendc, crcr nymmcrmer aftogande in all crennöden vnde sakcn, gewelic to blincnde by alle deine rechte,als id van oldinges heft ghewescn in der stadt vnde in deinelande to Rügen" ^). (5. und 6.) ^) Nach dem „eisernenBriefe" vom I. 1364 waren beide Theile völlig berechtigteine solche Einigung zu schließen.
So gerüstet erwartete die Stadt den EntscheidnngSkampf.Er erfolgte am Tage Albani (2. Juni) 1316. Mnthiggriffen die Städter mit ihren Bundesgenossen die Vorhutdes ganzen Heeres unter Herzog Erich von Sachsen an,bewältigten sie und nahmen den Herzog gefangen. Dieswar der Wendepunkt des Kampfes. Eine spätere Umschlie-ßung der Stadt führte zu keinem Resultat. Wir besitzeneine treffliche Schilderung dieses Kampfes von unserm pom-merschen Livius, dem Stralsuudcr Thomas Kantzow, dieein arger Gegner und bitterer Critikcr des wackern Manneswörtlich in seiner Geschichte Rügens und PvmmcrnS aufge-
1) Diese Nrk. ist verstümmelt in I. C. Dähnerts Samml. Pvm.Urk. und Verordn. 2. Bd. S. 7. lVo. 4. gedruckt.
2) Die eingeklammerten Zahlen zeigen die lV». der angezogenenUrkunden im Urkunden-Buche an.