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Chronik der Familie Vogtherr
Entstehung
Seite
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III.

Der neue Iveltcnbürger wär'Uun endlich eingekehrt:Im Ivicgcnkörbchen liegt er drin,Don weichem Slaum beschwert.Der junge Herr vermeldet baldMit einem kräft'gcn Schrei,Daß er allhicr zu Haus' bereitsDie volle Stunde sei.

ivie dringt der ungestüme RufDem neuen Mütterlein,

Ivie dringt er doch mit AllgewaltIhr in die Seele ein;

Es zählt demnächst der junge HerrZwei volle Monden schon,Und hohe Zeit ist's, daß man jetztDer lvelt auch zeigt den Sohn,lind weil es draußen just so mild,Der Himmel klar und rein.

So soll die PräsentationAuch flugs vollzogen sein.

Ivie hochbeglückt das MütterleinUun auf den lvcg sich macht;

Ivie sorgenvoll sie jeden SchrittDer Amme überwacht!

Und wie der junge Vater stolzHerab zum Sohn sich bückt,Und auf den holden StörenfriedDer Misse Unzahl drückt.

Dock) der Gefühle Ringen ziehtIn süßer lvechsclglutDen Hochbeglückten bald zurückZu seinem höchsten Gut;An ihrem Lager sinkt er hinUnd faßt die theure Hand,lind seine Thränen mischen sichMit seiner Misse Brand.

IV.

Und wenn ihr Blick vom Liebling abSich lenkt auf kurze Irist:

Als stolzer Herold thut er kund,Daß ihr der Engel ist.

Doch daß nicht halb die Sreudc sei,

So wandelt da ihr Iuß,

Ivo in der Heimkehr Hast sich bald

Der Gatte zeigen muß.

Er kommt! Sein wonnetrunken Aug'

Erschaut sein ganzes Glück,

lind die gehobene Brust hält kaum

Den Jubelruf zurück.

V.

Der Gatte, wenn das TagewerkUnn emsig ist vollbracht,

Eilt dahin, wo ihm wolkenlosDes Glückes Sonne lacht.

Sein Blick, da er in's Haus tritt ein.Sucht sich die theuren Zwei,Durchforscht, bis daß entdeckt sie sind,Die Zimmer nach der Reih'.

Gefunden sind sie, und er drücktMit neuer Liebcslust,

Als ob Jahrzehnte sie getrennt,Beglückt sie an die Brust.

„G Männchen, ruft die Gattin aus,Denk' meine Ivonne dir,

Der Engel kennt mich; ach, er haschtMit Ungestüm nach mir!"

Llugs wird geliefert der Beweis.Jürwahr zum Bettcheu 'rausDem Mütterlein entgegen strecktDie kleine Hand sich aus.

Indessen dem Papa ist nichtDie Gunst sogleich gewährt,Er schmollt, bis daß auch ihm der ZollDer Liebe ist bescheert.

VI.

Am liebsten ist's dem Mütterlein,lvcnn sie das Söhnchcn speist,ckäaum ist von seinem Mund, geleert,Der Löffel abgereist,

So hat auch schon vom jungen HerrnDer Groll sich Luft gemacht,'

Dann eilt beglückt die MutterhandHerbei mit neuer Sracht.

An dem vergnüglichen GeschäftDer Speisung ist sie just.

Der Gatte sitzt zur Seite ihrlind teilt mit ihr die Lust.

Doch horch! die Atzung eingestellt!Ivas stieß im Mäulchen an?

Ivcr weiß, was er verschlucken willDer kleine böse Mann!