Oorwort.
Durch eine Äußerung meines hochverehrten Lehrers, HerrnProfessor Or, ivilhelm Heinrich von Rieht in München, daß die.Kenntnis von der Familiengeschichte in den meisten bürgerlichenHäusern gewöhnlich nicht über 2 Generationen hinaufreiche, weilleider in den meisten Süllen keine geschriebene Familienchronik vor-handen sei, wurde ich veranlaßt, einen schon längst gehegten Gedankenzur Ausführung zn bringen und mit der Verfassung einer solchen zubeginnen. Denn wenn es schon ein hohes Interesse gewährt, sich mitder Geschichte unseres deutschen Vaterlandes und der anderer Völkerzu beschäftigen, um wie viel anziehender noch muß es für den ein-zelnen sein, die Vergangenheit seiner eigenen Samilie kennen zulernen? Denn dieser steht er ja doch von Natur aus näher als demStaat, Deshalb glaube ich, daß es wünschenswert ist, wenn mandie Geschichte der Samilie durch Aufzeichnung der Vergessenheit ent-reißt, zumal da man damit zugleich eine Pflicht der Pietät gegenseine vorfahren erfüllt, ivir werden dadurch an ihre Thaten undTugenden gemahnt, aber auch an ihre Leiden und Enttäuschungen.Die Achtung vor den Toten wandelt sich leicht in Liebe zu denLebendigen,
Aus diesen Gründen wage ich denn den versuch, die Geschichteder Samilie Vogtherr wiederzugeben, so gut ich dieselbe eben noch zuerforschen im stände war, Ivenn ich mich dabei hie und da meinerAufgabe nicht ganz gewachsen gezeigt habe, so bitte ich hiefür um diegiltige Nachsicht meiner Leser. Ts sind in dem Büchlein meinesivissens alle jetzt lebenden Vogtherrn sammt ihren vorfahren vereinigtmit Ausnahme eines einzigen, des Vorstehers des chemischen Labora-toriums in lveimar, welcher trotz einer an ihn gerichteten Anfragekeine AusKunst erteilte.