Druckschrift 
Geschichte der Familie von Nedere (Nerdere), thor Needen (der Nedden), zur Nedden, zur Nieden
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

— 38 —

wurde, ist nicht bekannt; lange werden die Wälle nicht gefehlthaben, denn am 5. Juni 1288 wurde der Erzbischof bei Worringenbesiegt und gefangen. Von dem Kaiser Albrecht erwarb Eberhard imJahre 1300 die Reichshöfe Brackel und Westhofen. Unter dem7. März 1278 bestätigte er den Bürgern von Iserlohn ihreFreiheiten; in der Urkunde wird die Stadt „Lohn" genannt. 1 ) —Nach den Familien-Ueberlieferungen ist Eberhard II. (vielleichtauch Engelbert I.) der Graf gewesen, welcher unsereVorfahren aufgenommen hat (vergl. Abschnitt I. dieserSchrift).

Engelbert II. 1308—1328 führte viele Fehden siegreichzu Ende und mehrte seinen Besitz; insbesondere von Bedeutungfür unsere Familie ist die Eroberung von Volmestein (1324), vonwelcher im Abschnitt I. eingehend die Rede war (Gert van derSchüren S. 37). Engelbert ist, wie auch sein Vater, in Frönden-berg an der Ruhr begraben.

Adolf IV. 1328—1347 war Kreuzfahrer; er heiratheteMargarethe, die Tochter des Grafen Diederich von Cleve und ver-grösserte dadurch die Macht seines Hauses mehr als einer seinerVorfahren. Die Clevesche Erbschaft trat erst sein Sohn Adolfan. — Die Stadt Iserlohn erhielt von Adolf IV. „die Waldemey 2 )zur gemeinen Weide"; zu seiner Zeit war der Name Lon 3 ) nochüblich statt Iserlohn. Auch Adolf IV. ruht in Fröndenberg.

Engelbert III. 1347 — 1391 machte einen Kreuzzug nachPalestina mit, sowie einen zweiten gegen die heidnischen Preussen.Er mehrte in vielen Fehden seinen Besitz, u. a. traten Lüding-hausen, Lippstadt, die erzbischöflichen Höfe Schwelm und Hagen,das halbe Gericht zu Bochum und der kölnische Antheil an Vol-marstein zur Grafschaft hinzu. Sein Grab und Denkmal befindensich in der Kirche zu Fröndenberg. Da er männliche Nach-kommenschaft nicht hinterliess, beerbte ihn sein Bruder,

') Giffenig. Historisch-statistische Nachrichten von der Stadt Iserlohn pp.Dortmund 1802. Seite 4.

2 ) Pasc.ua communia vergl. Wigand's Archiv für Geschichte pp. West-falens. Band I. Heft IV. S. 100.

3 ) Noch 1418 schreibt man Camen, Loen, Sweyrte . . . ."

Zeitsclir. für vaterl, Geschichte Westfalens Jahrg. 1846. S. 205.