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Geschichte der Familie von Nedere (Nerdere), thor Needen (der Nedden), zur Nedden, zur Nieden
Entstehung
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sehr schweren Zeit geschehen zu sein, denn die Ueberlieferungender Archive ans den Städten der Grafschaft Mark 1 ) erzählen unsviel von der Bedrängung fremder Völker insbesondere der Spanier,welche raubten und plünderten. Es dürfte sich hier um die Un-ruhen handeln, welche aus dem Uebertritt des Erzbischofes vonCöln Gebhards von Truchsess-Waldenburg zur reformirten Kirche(1583) hervorgingen und fernere Kämpfe im Gefolge hatten. Be-sonders schwer wurde unsere Heimath durch diese Wirren des-halb getroffen, weil Herzog Johann Wilhelm, der letzte seinesStammes (1592—1609), blödsinnig war. War somit der Arm,welcher der Grafschaft Mark Schutz bieten sollte, unkräftig ge-worden, so schwand nach seinem Tode der Halt für die Getreuenganz, denn die Lande Jülich, Cleve, Berg, Mark und Ravensbergwurden gemeinsamer Besitz zweier Fürsten, welche bis dahin ihnenfern gestanden hatten.

Der Iserlohner Stammsitz blieb der Familie über diese Krie-gesunruhen hinaus; unsere Vorfahren, welche ihn bewohnten, sindaber zu dieser Zeit (nach der Ueberlieferung „kurz vor oder imAnfang des 30jährigen Krieges") Kaufherren in Iserlohn geworden.Bereits in früheren Jahrzehnten sollen Glieder unserer Familiedem in ihrer Vaterstadt herrschenden Geiste folgend an gewerb-lichen und kaufmännischen Unternehmungen sich betheiligt haben.Im 17. Jahrhundert ganz zum Kaufmannsstande übergehendbildeten sie Häuser, welche nicht allein dem grossen inländischenHandel nachgingen, sondern auch über die Hafenstädte Hollandshin überseeische Unternehmungen durchführten. Der erste,welcher dieser Richtung nicht zuneigte, war Johan Caspar zurNieden, zuerst Procuratur und Notarius publicus, dann (von 1709—1721) Stadtsekretär in Iserlohn (Giffenig Seite 73), 2 ) SeinWunsch, der Rechtswissenschaft sich zu widmen, fand bei seinemVater zunächst lebhaften Widerspruch; die Neigung blieb aberungeschwächt auch dann in dem Jüngling rege, nachdem er mit

') Vergl. auch A. Fahne, die Grafschaft und freie ReichsstadtDortmund. Bd. I. Seite 210, 216 u. s. w. sowie Seibertz Quellen derwestfälischen Geschichte Bd. I. S. 80 und Davidis Chytraei NeweSachssen Chronica Th. II. S. 443 ff. und 456.

2 ) Giffenig, Historisch statistische Nachrichten von der Stadt Iser-lohn pp. Dortmund 1802.