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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
Entstehung
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Wozu dies Grübeln für und für?

Doch darf ich schelten, alter Träumer?

Bin ich ja selbst ein Stück von dir,

Du ew'ger Zauderer und Säumer!

Das Gedicht leidet, wie alle Vergleichnngen, an einer ge-wissen Halbheit. Die deutsche Freiheit von der Einheit istkeine Rede ist gemordet, sie steigt bei Nacht aus dem Grabeund verlangt von - nun wer ist der deutsche Hamlet? Hierist eine Unklarheit. Und ebensowenig begreift man, wie dieheimlich vergiftete Freiheit dieses Geheimniß, das doch zu jenerZeit das Tagesgespräch war, den deutschen Männern, dannwieder dem zweifelnden Zauderer K. ibi. anvertraut und vonihm Rache verlangt. Polonius-Kotzebne muß den Stich empfangenstatt des Rechten. Wer ist denn dieserRechte"? WelchePerson ist denn da gemeint? Auf wen wäre Claudius zudeuten? Im übrigen ist die Auffassung von Hamlets Charakterdurchaus geistreich und gelungen und es ist ein Beweis für dieRichtigkeit unserer (gemäßigt pessimistischen) Würdigung desStückes, daß ein dem englischen Geiste so wahlverwandter undder englischen Sprache und Litteratur so kundiger Dichter wieFreiligrath Shakespeares räthselvollste Dichtung so gedeutet hat,wie sie sich dem einfachen, unverkünstelten, von der Hypothesen-seuche nicht angesteckten Sinn darstellt.

Sechs Jahre nach dem genannten Gedicht, im Jahre 1850,erschien Gervinns Werk über Shakespeare. Der Schiffbrnch dernationalen Hoffnungen legte ihm die Vergleichnng mit Hamletnahe und bei der Besprechung des Dramas sagt er mit An-knüpfung an Freiligraths Gedicht:Einer unserer neuerenDichter hat ein Gedicht mit den Worten begonnen: Deutschlandist Hamlet. Und dieser Aussprnch ist in der That ein geist-reiches Spiel mit Worten oder verworrenen Vorstellungen.Denn ganz so wie Hamlet sind wir ja bis zu dieser letzten Zeit

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