Shakespeare und kein Ende — Hamlet und kein Ende.Wo Shakespeare genannt wird, denkt man gleich an sein be-rühmtestes und genialstes Werk, an Hamlet. Dies gilt nichtallein von den Engländern und Deutschen, sondern auch vonden Franzosen. Jetzt noch bringt fast jedes Jahr eine Schriftüber Hamlet, denn es handelt sich hier nicht allein um dieästhetische Würdigung, sondern — und dies ist das Bedenkliche —noch viel mehr um den Sinn und Inhalt des Gedichtes inEinzelnheiten und im Ganzen. Schreiber dieses hat in Prntz'Deutschem Museum 1867, 5. 6 und 1866, 5 seine Auffassungdieses Stücks entwickelt und gegen Einwendungen gesichert. DasNachfolgende enthält eine durchaus neue und vermehrte Be-arbeitung jener Aufsätze, an deren Grundgedanken ich jetzt nochfesthalte.
Shakespeare hat im Hamlet, wie in seinen anderen Stücken,sich an eine fremde Erzählung angeschlossen, aber diese, so sehrer ihr in manchen Punkten treu geblieben ist, in Hinsicht aufden Charakter seines Helden und den Ausgang des Stückswesentlich umgestaltet, so umgestaltet, wie wir dies bei keinemseiner übrigen Stücke finden. Die ursprüngliche Hamletsagefindet sich im dritten Buch der dänischen Geschichte des SaxoGrammatikus, eines Zeitgenossen Friedrich Rothbarts. Der
Sammlung. N. F. V. 117. r" ( 7SS)