So muß Polonius-Kotzebnc
Den Stich empfange» statt des Rechten»
So trägt er träumerisch sein Weh',
Verhöhnt sich selber insgeheim,
Läßt sich verschicken über SeeUnd kehrt mit Stichelreden heim;
Verschießt ein Arsenal von Spott,
Spricht von geflickten Lnmpcnkön'gen —
Doch eine That? Behüte GottlNie hat er eine zu bcschön'gen!
Bis endlich er die Klinge packt,
Ernst zn erfüllen seinen Schwur;
Doch ach — das ist im letzten Akt,
Und streckt ihn selbst zn Boden nur!
Bei den Erschlagnen, die sein Haß
Preis gab der Schmach und dem Verderben,
Liegt er entseelt, und Fortinbras
Rückt klirrend ein, das Reich zn erben.
Gottlob, noch sind wir nicht so weit;
Vier Akte sahn wir spielen erst!
Hab' Acht, Held, daß die AehnlichkeitNicht auch im fünften du bewährst!Wir hoffen früh, wir hoffen spät:
O raff' dich auf und komm' zu Streiche,Und hilf' entschlossen, weil es geht,
Zu ihrem Recht der fleh'nden Leiche.
Mach den Moment zn Nutze dir!
Noch ist es Zeit — drein mit dem Schwert,
Eh mit französischem Rapier
Dich schnöd' vergiftet ein Laert!
Eh' rasselnd naht ein russisch' Heer,
Daß es für sich die Erbschaft nehme!
O sieh' dich vor — ich zweifle sehr,
Ob diesmal es ans Norweg' käme.
Nur ein Entschluß! Ans steht die Bahn —Tritt in die Schranken kühn und dreist IDenk' an den Schwur, den du gethanUnd räche deines Vaters Geist!