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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
Entstehung
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zinspflichtig, das Volk, das hier auftritt, ist ganz verdorben;und dieses Volk ist bekanntlich im Grunde das englische Volk,nicht das dänische. Der Hauptheld ist gänzlich unpolitischwelche Aussicht für die Zukunft eröffnet sich da? Macbeth,Lear, Cymbeline versetzten ihren Stoff in die Vergangenheit;Hamlet spielt, wenn auch nicht dem Namen, so doch der Thatnach in Shakespeares Zeit.

Es hat schon manchen Hamlet ans dem Throne gegeben.Vor hundert Jahren saß auf dem Throne Frankreichs einMann, der die französische Welt nicht einrenken konnte, einPhlegmatiker, vom Volke der Schlosser genannt, aber leidernicht im stände, das versprengte und verdrehte Schloß des fran-zösischen Staatswesens einzurichten. Am bekanntesten ist dieVergleichung des deutschen Volkes mit Hamlet. Im Jahr 1840bestieg den preußischen Thron Friedrich Wilhelm IV. Schonder untersetzte Körperbau, dann der Hang zum Reflektiren undTheologisiren, sein zerfahrenes und abspringendes Wesen, seineGeistreichigkeit, sein zwischen Wollen und Nichtwollen schwan-kendes Verhältniß zur deutschen Einheit, seine Scheu vor einerraschen, entschiedenen und entscheidenden That das allesstempelte ihn mehr zum Dänenprinzen auf dem Throne Friedrichsdes Großen, als zum Romantiker auf dem Throne der Cäsaren.Eine Kaiserkrone wird nur auf dem Schlachtfelde geholt" sagteer mit Recht. Nun das Schlachtfeld hätte sich gefunden.Friedrich der Große hätte ohne weiteres zugegriffen, undhätte Friedrich Wilhelm IV. ebenso gehandelt, so hätten wirKöniggrätz und Sedan 20 Jahre früher haben können. Erfürchtete aber, die Annahme der Kaiserkrone könnte ihn in einenKrieg mit Oesterreich verwickeln. Zuletzt wurde er ganzPessimist. Seltsame Fügung des Schicksals, daß unter seinerRegierung Deutschland dem kleinen Dänemark gegenüber einewoo>