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Laertes ist ursprünglich ebenfalls Hamlets Freund; zwischenBeiden waltet aber das entschiedenste Mißtrauen; sie ziehensich voneinander zurück und die Ermordung des Polouius durchHamlet nährt dieses Mißtrauen immer mehr und befestigt eineunausfüllbare Kluft zwischen Beiden; Laertes ist ebenso jesuitischgesinnt wie Claudius und im Augenblick der höchsten GefahrHamlet selbst: er greift zum verruchtesten Mittest um seinenGegner aus dem Wege zu räumen. Bei dieser Gelegenheiterfahren wir, daß Hamlet sich, so lange Laertes in Paris war,beständig im Gebrauch des Rapiers geübt hat. Dachte ervielleicht an die Möglichkeit eines Zweikampfes —- nicht mitLaertes, sondern mit dem Könige, um auf diese Weise sich anihm zu rächen?
Wir müssen noch einmal zu Rümelin zurück. Er meint —und R. Benedix übertreibt diese Behauptung ins Abenteuer-liche —, die Dialoge des subjektiven Hamlet haben so vielRaum eingenommen, daß dadurch allzustark zurückdrängendeMomente in die Handlung hineinkamen, „Der Sagen-Hamletmußte sich daher selbst von Zeit zu Zeit der Säumniß undUnthätigkeit anklagen und es schob sich so als vermittelndesZwischenglied fremdartiger Elemente die Vorstellung des geist-vollen, unschlüssigen Säumers und Träumers hinein. Dieseerregt dann hin und wieder den Schein, als ob das Ganzedoch in einem Gusse gedacht wäre und veranlaßte jene mancherleikünstlichen Deutungen, die sich schließlich als undurchführbarerweisen." Damit wird der Grundcharakter des Helden, dieGrundidee und das Ziel der ganzen Tragödie aufgehoben,Hamlet mußte seine Uuentschlossenheit in den verschiedenstenLagen und Zeitläuften au den Tag legen; er findet sein Gegen-bild nicht bloß in Laertes, Claudius und Fortiubras, sondernschon in dem Schauspieler, der die Hekuba spielt und von einem
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