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daß die Person des Haupthelden, in dessen Charakter der Heldder Sage, König Jakob, Essex, Shakespeare selbst nach einemTheile seines Wesens zusammengeflossen sind, sich recht wohl,wenn man nur genau sich an den Text hält, statt ihn zumeistern, als eine lebenswahre, geschichtlich und psychologischmögliche Persönlichkeit auffassen läßt. Die Welt ist ja vollerWiderspruch und es giebt in ihr eine Menge widerspruchsvollerCharaktere, wie z. B. eben unser Schubart, Ja, es lassen sichnoch widerspruchsvollere Charaktere denken, als der Dänenprinz.Es kommt nur darauf an, daß mau die einzelnen Charakterzügeaus einer gemeinsamen Quelle ableitet. Diese ist bei Hamletder Hang zum Zweifeln und Grübeln, das krankhafte Mißtrauengegen Gott und die Welt. Hier ist freilich der Mangel einer klarenExposition, eines festen Unterbaues sehr zu bedauern. Hamletist, wie er ist; wie er aber so geworden ist, erfahren wirnicht.
Ist so die Hauptsache gerettet, so können wir mancheMängel in der Motivirung und in der Zeichnung der anderenCharaktere zugeben und die Erklärer ruhig streiten lassen. BeiOphelia 5 weist Bischer mit Glück nach, daß die Motivirungvon Hamlets Benehmen gegen sie mangelhaft ist. Wäre dieMotivirung genauer, so wäre auch ihr Wesen durchsichtiger,würde sie nicht von dem Einen als schuldig, von dem Anderenals unschuldig, bald als Natur, bald als Kokette, bald alsVeilchen, bald als glühende Gichtrose gefaßt. Auch über siewerden die Akten nicht so bald geschlossen sein; ihre Auffassunghängt von der Erklärung der Worte eines launenhaften, halbwahnwitzigen Prinzen ab und sie selbst wird vor Schmerzwahnsinnig. Möchte es doch Shakespeare beliebt haben, müssenwir mit Bischer wünschen, uns durch einen Monolog Opheliasoder Hamlets aus der Verlegenheit zu helfen. Nach meinerAnsicht wollte der Dichter Ophelia als körperlich und geistig
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