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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
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kurzen Athems" sollen sich auf den Schauspieler Burbadge be-ziehen, der Hamlets Rolle gab; sie gehören aber znr CharakteristikHamlets, Das Richtige findet sich schon bei Goethe W. MeisterV, 6. Zur Vergleichung dient der hagere Cassins, von demCäsar in dem nach Gervinus gleichzeitig mit unserem TrauerspielentstandenenJulius Cäsar" des Dichters wünscht:Wär ernur fetter! Ich kenne Niemand, der ihn eher miede, als dieserhagere Cassins", eine Stelle, auf die sich Schiller in seinerCharakterschilderung Wilhelms von Oranien bezieht.

So steht Hamlet vor uns, nicht ein vollendeter Mann,wie sein Vater, sondern ein schwermüthiger, in unausgeglichenenWidersprüchen sich abarbeitender Jüngling im Uebergang zumMannesalter, daß ihm, wenn er seine Schwelle überschrittenhätte, nur neue Gährung, aber keine Klärung hätte bringenkönnen; ein genialer Pedant, der Nebenpersonen opfert und dieHauptperson bis zuletzt verschont, der vor lauter Bäumen denWald nicht sieht und vor dem Ausgang auf Erden und derZukunft in einer anderen Welt znrückbebt; ein SorgengrüblerAristophanes), der über der Zukunft dieGegenwart versäumt; ein geistreicher Theoretiker, der nicht denWeg zum Handeln findet. Fortinbras sagt zwar, er hätte,wäre er auf den Thron gelangt, unfehlbar sich höchst königlichbewährt ja wohl, in ruhigen, aber nicht in stürmisch be-wegten, unruhigen Zeiten. An und für sich taugte er eherzum Professor in Wittenberg, als zum König von Dänemark,der er nach vollbrach ter Rache unfehlbar geworden wäre,

Haben wir so zugestanden, daß Shakespeare wegen derAnsp ielungen auf Zeitverhältnisse, politische Zustände, Zeit-genossen und aus Rücksicht ans das nach Abwechselung ver-langende Theaterpublikum die hierher gehörenden Partien mitallzugroßer Vorliebe behandelt und darüber die streng geschlosseneEinheit des Stücks versäumt hat, so müssen wir doch behaupten,

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