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Shakespeares Hamlet, Prinz von Dänemark
Entstehung
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Blut und Mord befleckt habe. Aber schon im englischen Volks-charakter liegt eine große Schonungs- und Rücksichtslosigkeit,Diese weltverachtende Stimmung Hamlets dürfte der Grund sein,warum er, der eben auch zur Welt gehört, sein eigenes Lebenmehrmals in die Schanze schlägt. Die ganze Welt ist in seinenAugen nur werth, daß sie zu Grunde geht, und wenn er zuOphelia sagt-Ich sage, wir wollen nichts mehr vom Heirathenwissen; wer schon verheirathet ist, Alle außer Einem, soll dasLeben behalten, die Uebrigen sollen bleiben, wie sie sind," soerinnert dies ganz an E, v. Hartmanns Phantasie von demgleichzeitigen, gemeinsamen Beschluß der Menschheit, das Wollenaufzuheben und der Menschheitsgeschichte ein Ende zu machen,Hamlets Temperament ist offenbar das melancholische miteinem bedeutenden Znsatz von Phlegma; vom Sanguiniker hater sehr wenig; das Cholerische lauert im Hintergrunde undbricht, wenn ihn die Umstände vorwärts drängen, in raschen undüberraschenden Stößen hervor. Das ist das Gefährliche inseinem Wesen, dessen er gegen Laertes erwähnt. Was seinPhlegma betrifft, das sich in ihm mit dem Hang zur Schwer-mnth verschwistert, so könnte man mit ihm unsern Schubartvergleichen, der in den wichtigsten Lebensverhältnissen sich vonZufälligkeiten bestimmen, willenlos sich in die Gefangenschaftführen und auch ans dem Asperg die Gelegenheiten unbenutztließ, aus seinem Gefängniß zu entfliehen. Nur von SchubartsLeichtsinn müssen wir Hamlet freisprechen. Dies hängt freilichdamit zusammen, daß wir über sein Leben vor seinem dreißigstenJahr, so alt ist er im Drama, gar nichts erfahren. Wäre dasStück gleichmäßiger durchgearbeitet, so würde Wittenberg undHamlets Thun und Treiben daselbst ein herrliches Gegenstückzu Laertes Aufenthalt in Paris bilden, den wir uns nach seinesVaters Ermahnungen und nach der Absenkung des SpähersReinhold leicht ausmalen können. Die WorteEr ist fett und

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