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Art Geistesdämmerung, die mit Hellsehen wechselt. Daß er, denKopf über seine Schulter zurückgedreht, von Ophelia zur Thürhinausgeht und ohne Hülfe der Augen den Weg finden kann,erinnert an das Schamanenthum des Nordens, In solchem Zu-stande der Dämmerung und des Hellsehens, des Gehens auf derKante des Wahnsinns, wurzelt auch das Blitzartige der Rede,das Vermögen, durch die Antwort auf eine Frage den Fra-genden zu vernichten, indem dieser ihren Sinn nicht fassen kannund erst Zeit haben mnß, ihr nachzudenken. Dieser Zustandläßt ihn aber auch die Anschläge seiner Feinde instinktarligdurchschauen und rasch die treffendsten Gegenmaßregeln ergreifen;dadurch ist er zaudernd und sich selbst überstürzend, zart undroh, gewissenhaft und gewissenlos, kann den betenden Vater-mörder nicht tödten und liefert ohne Bedenken Rosenkranz undGüldenstern ans Messer, Dieses Traumleben, dieser halbe Wahn-witz, dieser fortwährend ebbende und fluthende Seelenzustand läßtihn nicht zur Ausführung seines eigentlichen Vorhabens kommen,bis ihn die Umstände dazu zwingen; in diesem Zwiespalt abergeht er selbst unter.
Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieren kann,lesen wir bei Lessing, der hat keinen zu verlieren. Zum Toll-werden war, was Hamlet am Anfang erleben mußte; aber eineArt Wahnwitz, eine fixe Idee gehörte schon dazu, daß Hamletsich die eitle Scheinwelt, in der er lebt, noch schwärzer aus-malt, als sie ist und darum seinem besten Freunde, dem edlenHoratio, kein Zutrauen schenkt. Diese krankhafte Gemüths-stimmnng ist nach unserer Ansicht der Schlüssel zu dem ver-wickelten, räthselvollen Wesen des Prinzen. Andere, wie Bischer,finden den Schlüssel zum Hamleträthsel im Gewissen nach demMonolog III, 1: „so macht Gewissen Feige aus uns Allen w,"Dabei wird Goethes Ausspruch angeführt: „Nur der Betrach-tende hat Gewissen, der Handelnde ist immer gewissenlos. Im
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